Endum… endometrum… endomätim… – Gebärmutterschleimhaut

Hallo ihr Liebenbienen-smilies-0007,

hier gibt es wieder einmal einen kleinen Erklär-Bär-Eintrag von Frau* zu Frau*. Thema heut ist das Endometrium, also die Gebärmutterschleimhaut, denn diese spielt beim schwanger-werden und auch beim schwanger-bleiben eine große Rolle.

Die Gebärmutterschleimhaut verändet sich im Laufe des weiblichen* Zyklus dramatisch. In der ersten Zyklushälfte, also vor dem Eisprung, baut sich das Endometrium auf, in der zweiten Zyklus hälfte, nach dem Eisprung, verändert es seine Beschaffenheit und während der Periode baut er sich wieder ab damit es mit dem ausgesonderten Ei in Form von kleinen Klümpchen nach draußen gespült werden kann. Diese Veränderungen lassen sich auch im Ultraschall sehr gut beobachten. Nach der Regelblutung sollte die Gebärmutter somit im Ultraschall als vollständig leer eingestuft werden und keine Reste der Schleimhaut aus dem letzten Zyklus mehr beinhalten. Durch die Ausschüttung von Östrogenen (und dem Fehlen von Progesteron) beginnen die in der Gebärmutter befindlichen Drüsen das Endometrium zu produzieren. In regelmäßigen Ulraschallkontrollterminen kann das Wachstum der Schleimhaut gut mitverfolgt werden. Die Messungen erfolgen dabei in Milimeter. Mit dem Eisprung endet die Wachstumsphase des Endometriums. Wenn das Ziel der Eintritt und Erhalt einer Schwangerschaft ist, sollte die Schleimhaut bis zu diesem Zeitpunkt (also kurz vor dem Eisprung) zwei essenzielle Vorgaben erfüllen:

  1. min. 7mm Höhe
    In den meisten Studien zum Thema sind 7mm die magische Grenze, welche die Wahrscheinlichkeit des Eintritts und Erhalts einer Schwangerschaft deutlich verbessert. Zwar konnte nachgewiesen werden, dass es in seltenen Fällen auch bei einer niedrigeren Schleimhaut zu Einnistungen kam, die Rate der Frühaborte stieg dann jedoch dramatisch an. Diese Aussage macht auch beispielsweise in Bezug auf Eileiter- und Bauchraumschwangerschaften Sinn. Dort existiert keinerlei Schleimhaut, aber in seltenen Fällen nistet sich auch dort ein Embryo ein. In einer Studie mit großer Stichprobe zum Thema erlitt fast die Hälfte aller Frauen* die mit einer Gebärmutterschleimhaut unter 7mm Höhe schwanger wurde, einen Abort. (vgl. Link).
  2. Dreischichtigkeit
    Noch wichtiger als die Höhe, scheint die so genannte Dreischichtigkeit des Endometriums zu sein. Ob das Endometrium dreischichtig aufgebaut ist, kann im Ultraschall sehr gut nachgeprüft werden. Man erkennt dies durch einen Mittelstrich, welcher sich durch die Gebärmutterschleimhaut zieht und eine Art Symetrieachse für das darüber und das darunter liegende Endometrium darstellt.

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(Quelle) Genau genommen handelt es sich hierbei also garnicht um drei Schichten sondern lediglich um zwei Schichten, die im Ultraschall durch eine Mittellinie als deutlich getrennt zu erkennen sind. Einige größere Studien konnten Nachweisen, dass sowohl Schwangerschaftseintrittswahrscheinlichkeit, als auch der Aufrechterhalt der Schwangerschaft deutlich mit der Beschaffenheit des Endometriums koalieren.
Im Fazit der Studien wird deshalb generell von einem Transfer abgeraten, wenn eines der beiden Kriterien nicht den Vorgaben entspricht. Dies ist in einem Kryotransfer-Zyklus ohne weiteres möglich, da dieser ohne größere Verluste abgebrochen werden kann. Sollte ein Frischetransfer vorgesehen sein, kann dieser auch bei einer etwas geringeren Endometriumshöhe (5 – 7mm) erfolgsversprechend durchgeführt werden, wenn die Gebärmutterschleimhaut dreischichtig, die Mutter* unter 35 Jahre und die Embryonenqualität gut ist. In diesem Fall wird jedoch zu einem Transfer von mehr als einem Embryo geraten.

Zum besseren Verständnis: Nach dem Eisprung wird das Endometrium also nicht weiter aufgebaut, sondern durch die Ausschüttung des Progesteron umstrukturiert. Dieser Vorgang ist sehr wichtig, um die Schleimhaut für die Einnistung vorzubereiten, an der Höhe ändert er jedoch nichts mehr. Es kann sogar sein, dass die Höhe zwischen Eisprung und Einnistung (in meinem Fall Medikamentenumstellung und Transfer) abnimmt. Das ist dann aber kein Problem mehr und spricht eher für eine gute Umstrukturierung. Im Ultraschall sind die zwei Schichten zum Zeitpunkt der Einnistung auch nicht mehr so gut voneinander abgegrenzt zu sehen, wie noch ein paar Tage früher.

Ich befinde mich derzeit in einem Kryo-Zyklus und stehe genau vor diesem Problem. Meine Gebärmutterschleimhaut wurde im letzten Ultraschall (an Zyklusttag 16) mit 6,8mm gemessen. Sie war zwar deutlich dreischichtig, aber eben zu niedrig. Zum Glück (oder auch leider) befinde ich mich in einem künstlichen Zyklus. Das heißt, dass der Eisprung vollständig unterdrückt wird und die zweite Zyklushälfte (die Gelbkörperphase) erst durch einen Medikamentenwechsel begonnen wird. Deshalb war es mir möglich nun noch ein paar weitere Tage mit einer erhöhten Östrogen-Dosis darauf zu hoffen, dass mein Endometrium noch wächst. In zwei Stunden habe ich also den Frauenarzttermin, der darüber entscheiden wird, ob ich nächste Woche PUPO (Pregnant until proven otherwise) bin, oder nicht.

Verbesserung der Gebärmutterschleimhaut:

Die Online-Kinderwunsch-Community ist voll von Ratschlägen, wie der Aufbau des Endometriums in der ersten Zyklushälfte unterstützt werden kann. Hier eine kurze Auflistung der genannten Methoden:

  1. Durchblutung anregen
    Das ist beispielsweise durch die Einnahme von ASS (Aspirin), oder anderen Medikamenten möglich. Obwohl die Idee hinter dieser Methode durchaus Sinn macht, konnte sie in Studien nicht bestätigt werden.
  2. Vitamine und Mineralstoffe zuführen
    Die Einnahme von Selen, Omega 3-Fettsäuren, Vitamin-C und -E, sowie Eisen soll sich positiv auf das Wachstum der Gebärmutter auswirken.
  3. Östrogene
    Der Aufbau des Endometriums wird durch die Ausschüttung von Östrogenen gesteuert, dementsprechend macht es durchaus Sinn eine höhere Schleimhaut bei einem höheren Östrogen-Wert zu erwarten. Deshalb erhalte ich im künstlichen Zyklus das Medikament Progynova (ein Östrogenpräparat). Leider gibt es immer wieder Fälle in denen künstliche Hormone von Frauen* nicht so gut verwertet werden wie eigene. Das dürfte in meinem Fall so sein.
  4. Viagra
    Eine kleine Studie konnte einen Zusammenhang zwischen Schleimhautbildung und Einnahme von Viagra nachweisen. Weitere Ergebnisse hierzu stehen jedoch aus.
  5. Ernährung
    Eventuell hat eine Vollkornreiche ernährung Einfluss auf die Höhe der Gebärmutterschleimhaut. Zu diesem Ergebnis kommt eine sehr neue Studie. Außerdem werden auf dem Markt unterschiedliche Tees und Präparate angeboten, welche sich damit rühmen aus unterschiedlichen Gründen gut für die Gebärmutterschleimhaut zu sein.

Ich persönlich stehe all diesen Methoden eher skeptisch gegenüber. So zeigt dieser Artikel recht deutlich auf, dass der allseits so hoch gelobte Granatapfelsaft höchstwahrscheinlich keine Wirkung auf das Endometrium hat. Viele der oben genannten Mittel dienen wahrscheinlich hauptsächlich dazu uns Kinderwunschleuten das Gefühl zu geben, wir könnten aktiv etwas tun. Da nehme ich mich selbst nicht aus, denn auch ich trinke seit dem schlechten Ultraschallergebnis vor drei Tagen Granatapfelsaft (das Zeug ist teuer!), schlucke ASS, nehme Selen und Omega-3-Fettsäuren zu mir. Schaden können diese Dinge kaum und so versuche ich es eben. Größere Hoffnung setzte ich auf die Erhöhung des Progynova (von drei Tabletten täglich auf fünf Tabletten täglich). Bald werde ich es erfahren…

Ich hoffe, ich konnte euch wenigstens ein bisschen was Neues erzählen und freue mich auf eure Rückmeldungen 🙂

Liebe Grüße!

Nachtrag: Beim Arzt konnte heute eine Höhe von 10mm und perfekte Dreischichtigkeit gemessen werden. Auf ein so gutes Ergebnis hätte ich nicht zu hoffen gewagt. Nächste Woche wird also der Transfer stattfinden.

6 Kommentare zu „Endum… endometrum… endomätim… – Gebärmutterschleimhaut

  1. Oh, das ist interessant und übersichtlich zusammengefasst! Obwohl wir eine ähnliche Prozedur ja schon ein paar Mal durchgeführt haben, war mir das ein oder andere neu.
    Was hat die Untersuchung heute denn ergeben? *Daumen sind noch gedrückt*

    Gefällt 1 Person

  2. Halli Hallo! Ich freue mich, dass du (wenn ich „du“ sagen darf 🙂 meinen Artikel zum Granatapfel und der Gebärmutterschleimhaut so gemocht hast, dass du ihn hier verlinkt hast! Ebenso hier ein ganz toller Artikel und Blog! Ich wünsche euch von Herzen alles Gute, dass euer Weg sehr bald zum Ziel einer kleinen Familie führt! Alles Liebe, und bis dahin den Kopf immer hoch halten, Judith

    Gefällt 1 Person

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