Logopädie – ein Element, wertvoller als Gold…

Wenn ihr morgen in der Zeitung lest, dass irgendwo in Süddeutschland überraschend ein bisher unentdeckter Vulkan ausgebrochen ist. .. Keine Sorge, das war nur ich.



Der Grund dafür?

Ein herzliches, lautes „fünf“

Die Hummel ist jetzt mehr als zwei Jahre alt und spricht verständlich genau fünf, mit etwas Fantasie vielleicht zehn Worte (wobei man da schon arg raten muss). Das ist viel zu wenig, um noch von einer normalen Sprachentwicklung auszugehen.

Stört mich das so sehr, dass ich deswegen in die Luft gehe? Nein, überhaupt nicht. Sie versteht alles sehr gut und ist in anderen Entwicklungsbereichen super drauf.

Was mich gerade dazu bringt, dass ich den Drang unterdrücken muss, mir eines meiner Schwerter zu greifen und in den Krieg zu ziehen, sind Ärzt*innen

Denn – mensch sehe und staune – es gibt tatsächlich einen ganzen Berufszweig der sich mit Sprachentwicklung und deren Störungen befasst: die Logopädie.

So weit so gut. Natürlich sind Logopäd*innen notorisch ausgebucht, wie alle Spezialist*innen heutzutage. Aber auch das stört mich nicht.

Mein Problem ist, dass für die Kostenübernahme einer solchen Behandlung ein Rezept von einer/einem Ärzt*in nötig ist.

Und hier wird es lustig. Wir waren bereits vor über einem halben Jahr bei einer speziellen Kinder-HNO-Ärztin, um sicher zu gehen, dass die Hummel nix an den Ohren hat. Diese Spezialistin meinte „ab ihrem zweiten Geburtstag können sie mal anfangen nach Logopädie-Terminen zu fragen, ich stell ihnen dann spätestens beim Kontrolltermin im Oktober ein Rezept aus, wenn sich nix bessert.“

Gebessert hat sich nix und als wir vor einem Monat dann wegen einiger diverser Kleinigkeiten bei unserer regulären Kinderärztin waren, sprachen wir auch dort noch einmal die Sprachentwicklung der Hummel an. Die Antwort unserer Ärztin:“Aber sicher, hier haben sie eine Liste mit Logopäd*innen die sie auf unter 3-Jährige spezialisiert haben. Rufen sie die durch und sobald sie einen Termin haben, rufen sie hier an und ich stell ihnen das Rezept aus.“

Cool, herrlich unkompliziert, was will mensch mehr?

Wenn, tja, wenn Ärzt*innen nicht ab und zu Urlaub machen würden.

Das ist nämlich die krux an der Sache. Ich habe gestern einen Termin bei der Logopädie bekommen, sogar schon ab nächste Woche.
Natürlich habe ich noch am selben Tag in der Kinderarzt Praxis angerufen…

… Wo mensch mir mitteilte, dass besagte Arztin für die nächsten zwei Wochen in Urlaub ist.
Kein Problem, steht ja alles in der Akte, soll das Ding eben der Kollege (es handelt sich um eine Gemeinschaftspraxid) unterschreiben.

Nur, dass der sich weigert.
Er macht das einfach nicht. Nö.

Nicht, weil es nicht in der Akte steht. Oder weil er das nicht macht ohne das Kind selbst gesehen zu haben – wir haben ihm angeboten nochmal zu einem Termin vorbei zu kommen, dafür hatte er, ich zitiere:“keine Zeit“.
Er ist einfach anderer Meinung als seine Kollegin und wird daher kein Rezept für ein unter 3 jähriges Kind ausstellen. Punkt.

Ich dachte, mich tritt ein Pferd, Leute.

Auch nach der Nachfrage, warum er meint, dass uns seine Kollegin noch extra eine Liste mitgegeben hat und ob es denn irgendwie schaden würde, wenn die Hummel einmal in der Woche ne Stunde nur ihrer Sprachentwicklung widmet; er bleibt dabei.

Nun gut, an der Front ist wohl nix zu machen. Aber wer bin ich denn, dass ich mich vom Ego-Trip eines alten, weißen Halbgottes aufhalten lasse.

Ich habe schließlich noch eine Quelle, die mir ein Rezept versprochen hat, sobald ich einen Termin habe.

Also wird eben fix die HNO-Ärztin angerufen.
Wo sich folgendes Gespräch entwickelt:

Assistentkraft am Telefon (A) : aber sicher können wir auch ein Logo-Rezept ausstellen. Da der letzte Kontrolltermin allerdings schon so lange her ist, müssten sie halt dazu nochmal kurz zur Ärztin.

Ich: ja klar, kein Problem. Wann soll ich denn dann kommen?

A: also der nächste freie Termin wäre am 15 Oktober um 16 Uhr.

Ich: sie verarschen mich jetzt, oder?

A: Nein, wieso?

Ich: das ist zwei Tage nach meinem regulär vereinbarten Check-up Termin… Die Logopädie würde nächste Woche anfangen.

A: oh. Hmm. Dan müssen sie es mal bei ihrem Hausarzt probieren, bei uns ist vorher nix frei.

Ich habe A dann schließlich dazu gebracht, auszurichten dass mich die Ärztin selbst im Lauf der Woche bitte kurz anrufen soll, und/oder sie mich als dringend dazwischen schiebt wenn etwas unverhofft frei wird.

Allerdings sehe ich meine Chancen auf ein Rezept stark schwinden.

Logopädie-Wartezeiten belaufen sich in der Regel gut und gerne auf zwei bis vier Monate. Wenn ich diese Termine also absagen muss, wird die Hummel also vermutlich erst nächstes Jahr eine Sprachförderung bekommen. Eindeutig zu viel Zeit für meinen Geschmack.

Und das Alles nur, weil ein Vertretungsarzt, der die Hummel noch nicht einmal gesehen hat (und dies auch klipp und klar nicht vor hat), meint es besser zu wissen als die eigentlich behandelnde Ärztin. Mal ganz davon abgesehen, dass die Rückstände in der Sprachentwicklung schon seit mindestens zwei U-untersuchungen als auffällig vermerkt sind.

Ich könnte im Kreis kotzen. Vor allem wenn ich mir vor Augen führe, dass wir hier nicht von einer riskanten OP reden, sondern von einem Termin in der Woche der für die Hummel im schlimmsten Fall Langweilig ist.

Natürlich gehe ich gerade noch alle möglichen Szenarien im Kopf durch, von „einfach anfangen und hoffen dass unsere reguläre Ärztin nach ihrem Urlaub rückwirkend ein Rezept ausstellt“ bis zu „einfach so lange andere Kinderärzt*innen abklappern bis eine/r ein Rezept ausstellt“, aber sind wir mal ehrlich: je länger ich darüber nachdenke, desto unwahrscheinlicher wird es.

Und das IST zum in die Luft gehen.


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Mein Näh-Sommer 2019

Hallo ihr Lieben,

hier war es nun länger ruhig und das nicht nur auf dem Blog. Auch die Nähmaschine hat weniger gerattert als sonst. Eine immer mobiler werdende Hummel, viele Termine und die heißen Temperaturen zollten ihren Tribut. Noch mehr habe ich aber das bloggen vernachlässigt. Deshalb gibt es hier nun eine kurze Zusammenstellung aller Näh-Projekte der letzten Monate.

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Ein spontanes Osteroutfit

Immer wieder stolpere ich in den Nähblogs über die Kleidungsschnitte von Ottobre design – einer finnischstämmigen Schnittmusterzeitschrift. Besonders interessant sind für mich die Ottobre-Kids-fashion-Ausgaben die viermal jährlich erscheinen. In (sehr!) gut sortierten Zeitschriftenläden gibt es sie zu kaufen und die Kinderschnitte darin versprechen ein bisschen Abwechslung von all den Standardschnitten im Internet, die sich häufig wenig unterscheiden. Nur einen Haken hat die Geschichte. Eine Ottobre-Zeitschrift ist mit 12,50€ nicht gerade günstig. Das war mir bis jetzt immer zu teuer, da ich lediglich einen oder vielleicht zwei Schnitte pro Heft ausprobieren würde (ein Großteil der Schnitte ist für ältere Kinder entworfen). Doch dann kam mir eine Idee…

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Wie ich ungewollt zur Stoffwindel-Expertin werde – von der ersten Information bis zum selbst genähten Wickel-Set

Hier könnt ihr den derzeitigen Stand unseres Weges zum Wicklen mit Stoffwindeln nachlesen. Noch sind wir nicht am Ende angekommen, aber die Ziellinie ist (vermutlich) in Sicht. Deshalb möchte ich euch nun teilhaben lassen an meinen bisherigen Erkenntnissen in der Hoffnung damit der/dem ein oder anderen etwas durch den Informationsdschungel zu helfen:

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