Entspannt genähte Tagesmutter*-Flitzer und der Weg dahin

Wie ich ja bereits erzählt hatte, geht das Hummelchen ab September fünf Tage die Woche zu einer Tagesmutter*. Da fängt für uns also wieder ein neuer Lebensabschnitt an. Ein solcher mag selbstverständlich auch gut vorbereitet sein. Vor einiger Zeit zeigte ich euch deshalb hier bereits den Rucksack für die Hummel und nun hat sich noch ein Paar Hausschuhe hinzugesellt.

Genäht habe ich erneut die Puschen von Klimperklein aus Puschenleder. Erneut deshalb, weil es für unser Laufanfängerinnen*-Hummelchen vor knapp einem Jahr schon mal ein Paar gab. Damals habe ich sie in der Größe 18/19 genäht, nun in 22/23, also zwei Doppelnummern größer. Wir hatten zur Geburt einige hochwertige Hausschuhe geschenkt bekommen mit welchen wir die Zeit zwischen diesen beiden Puschenpaaren füllten… wobei – den Großteil der Zeit läuft die Hummel eigentlich barfuß.

Ich erinnere mich noch daran, wie fasziniert ich war als diese kleinen Puschen vor einem Jahr fertig waren. Ich hatte das erste Mal mit Leder genäht und dann auch noch so etwas besonderes wie Schuhe. Das zweite Paar fühlte sich anders an. Ich freue mich auch dieses Mal wieder über mein gelungenes Paar, aber diese Euphorie ist weg. Das hat bestimmt auch mit einem anderen Nähprojekt von diesem Frühling zu tun. Ich wagte mich nämlich an den Schnitt Tiptaps von Fluff-Store. Das sind Barfußschuhe für Kinder. Über dieses Projekt hätte ich einiges zu berichten, aber es fiel in eine Zeit in der ich eine ungeplante Bloggerinnenpause veranstaltete. Deshalb möchte ich hier noch ein paar Worte dazu los werden. Das Wichtigste vorne weg: Ich war mit dem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden, aber das lag nicht am Schnittmuster. Optisch gefallen mir meine Tiptaps sehr gut:

Der erste Trageversuch zeigte aber bereits, dass das Hummelchen nicht gut darin läuft und deshalb haben wir sie nie benutzt. Der Grund hierfür liegt vermutlich an zweierlei. Einerseits ist es bei Barfußschuhen wichtig Nähte auf den Millimenter genau zu setzen. Zu Ostern ließ ich mir eigenes für dieses Projekt den Bernina-Zickzack-Nähfuß mit Gleitsohle (Nummer 52) schenken. Dieser eignet sich sehr gut zum Nähen von Leder und anderen schwer gleitenden Materialien. Wie das aber so ist, war ich ungeduldig. Erst dauerte es ewig bis der Fuß geliefert wurde, dann war es der Falsche. Bis irgendwann der richtige Nähfuß bei mir ankam, hatte ich bereits drei Viertel der Tiptaps mit meinem Obertransportfuß genäht. Das funktioniert auch recht gut, aber der Obertransportfuß ist sehr breit. Für knappe Kanten und schöne Rundungen ist der Fuß mit Gleitsohle weitaus besser geeignet – eine Erfahrung die ich nun nach dem Nähen der Puschen (die ich Komplett mit dem Nähfuß Nr. 52 genäht habe) eindeutig bestätigen kann. Vor allem die Nähte an den Zehen sind so nicht auf den Milimenter exakt geworden und das fällt beim fertigen Schuh ins Gewicht. Andererseits bereitete mir das Aufkleben der Sohlen Probleme. Hierfür kaufte ich extra eine Barfußschuh-Sohlenplatte, welche annschließend mit Schere und Teppichmesser geschnitten werden kann. Diese wird erst grob zurechtgeschnitten, dann mit speziellem Sohlenkleber aufgebracht und anschließend noch einmal genau in Form geschnitten. Wenn der Kleber dann getrocknet ist, hält die Sohle bombenfest. Ich schnitt beim finalen Anpassen wohl an der einen oder anderen Stelle zu viel Gummi ab. Dies führt dazu, dass die Hummel in den Schuhen leicht wankt – also alles andere als optimal. Die Barfußschuhe wurden also in den Schrank verbannt. Ich glaube allerdings, dass es nicht bei diesem ersten Versuch bleiben wird. Das Schnittmuster gefällt mir und ich habe noch fast alle benötigten Materialien für ein zweites Paar Schuhe zuhause. Ich kenne mich und weiß, dass mich irgendwann wieder die Lust an einem solchen Nähprojekt überkommen wird. Sollte es soweit sein, berichte ich bestimmt noch einmal genauer! Nun aber weiter im Puschen-Text:

Passendes Puschenleder hatte ich noch von meinem Tiptap-Versuch zuhause. Ich bestellte damals bei Lederstoffe Online und bin bis heute ziemlich überrascht, dass ich zu meinem bestellten Stück grünem Puschenleder ein ebenso großes Reststück geschenkt dazu erhielt. Das Leder reicht so noch für mindestens sechs Paar Schuhe für die Hummel. Ich haderte damals sehr mit mir, ob ich wirklich Leder kaufen sollte. Das Hannibaellchen und ich leben seit Jahren vegetarisch. Das Mondkälbchen ist vegan und seit ich sie kenne ist bei uns auch ein deutlicher Trend ind diese Richtung zu bemerken. Da passt der Kauf von Echtleder nun wirklich nicht ins Bild. Leider scheint es für (Klein-)Kinderschuhe kein vergleichbar gut geeignetes Material zu geben. Filz, Oilskin und Co. sind zwar oft gute Alternativen, aber eben nicht unbedingt bei Schuhen. Zukünftig werde ich wohl versuchen gebraucht alte Lederkleidung zu kaufen und diese dann zu vernähen, aber damals wollte ich nicht so lange warten, also wurde eben bestellt.

Der Puschen-Schnitt von Klimperklein besteht pro Schuh nur aus drei Teilen: Sohle, Kappe und Hinterteil. Diese schnitt ich aus dem grünen und einem Rest gelbem Leder (von meinem ersten Puschenlederkauf) aus, anschließend verzierte ich die Teile wie im Schnittmuster vorgeschlagen mit Webbändern, Applikationen und Borten. Ich stehe auf Tüddelkram, wie das Zeug ja gerne genannt wird. Das Aufnähen der Applikationen auf die Kappen nahm wohl die meiste Zeit in Anspruch. Hier merkte ich auch deutlich, wie viel besser dies mit meinem Nähfuß mit Gleitsohle funktioniert. das Leder wird super transportiert, jeder Stich sitzt. Auch meine ersten selbst genähten Puschen hatten Applikationen auf den Kappen. Damals ließ meine Nähmaschine aber sogar Stiche aus und ich musste schon sehr nachhelfen, dass sie das Leder weitertrasportierte. Nachdem alle Teile fertig verziert waren, wurden sie nur noch zusammengesetzt und ein Gummi eingezogen. Fertig 🙂

Schnittmuster: Puschen von Klimperklein
Stoffe: Puschenleder von Leder-Online aus der Klassikfarben-Serie in kiwi, Puschenleder in senfgelb von einem nicht mehr aktiven Onlineshop, Borten und Spitze aus meinem Fundus (Herkunft nicht mehr nachvollziehbar)
Linked in: Menschen(s)Kinder, TheCreativLover, Creadienstag, DingsvomDienstag, HandmadeonTuesday

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