Panelstoffe -oder: „Das Motiv soll vorne mittig sitzen. Ist doch ganz einfach!“

Vor einigen Monaten landete ein fehlerhafter – daher vergünstigter – Panelstoff des Rabe Socke in meinem Warenkorb bei Tigerlilly.de. In der Vergangenheit hatte ich ein solches Panel erst einmal für einen Pulli verwendet, wobei mir damals ein Fehler im Zuschnitt unterlief. Es war wohl auch diese erste Erfahrung, die mich so lange zögern ließ, bis ich vor kurzem endlich zum neuen Panelstoff griff…

UPDATE: Ich wurde in den Kommentaren von einer aufmerksamen Leserin* darauf aufmerksam, dass der Rabe-Socke-Stoff nicht im WorldWideWeb gezeigt werden darf. Aus diesem Grund musste ich das Motiv bei den Bildern leider unkenntlich machen. Durch einen Klick auf den Tigerlilly-Link könnt ihr euch das Panel aber dennoch ansehen. Danke dafür an dieser Stelle!

Das Rabe-Socke-Panel von Tigerlilly kommt mit drei unterschiedlichen Motiven mit Urlaubs-/Strand-Bezug daher. In Kombination mit weiteren Stoffen lassen sich also bis zu drei Kleidungsstücke daraus zaubern. Als erstes sollte ein neues T-Shirt für die Hummel entstehen. Das ist wohl auch die klassischste Verarbeitung eines solchen Panels. Das Kindershirt Pilvi von Näähglück habe ich schon öfter genäht (z.B.: für die Geschwistershirts). So ein bekannter Schnitt eignet sich ja ganz gut für schnelle Nähprojekte zwischendurch. Die Hummel steht außerdem gerade extrem auf Taschen in ihrer Kleidung und der Schnitt bietet diese Option. WinWin sozusagen.

Beim Zuschnitt des Vorderteils, also des Panels, ließ ich mir richtig viel Zeit. Der Rabe Socke mit Schwimmreif sollte schön mittig auf dem T-Shirt sitzen. Mehrmals kontrollierte ich, ob ich den Stoff auch wirklich genau mittig gefaltet hatte, bevor ich das Schnittmusterforderteil im Bruch auflege, abzeichnete und zuschnitt. Ich klappte das fertige Teil auf und… stellte fest, dass der Rabe alles andere als mittig saß. Wie konnte das passieren? Tja, ich hatte mich beim Falten nicht am gesamten Motiv, sondern ausschließlich am Kopf des Raben orientiert. Das schien mir während des Zuschnitts eine gute Idee. Im Nachhinein ist es allerdings total offensichtlich, dass die eigentliche Mitte viel weiter links sitzt, da der Rabe seinen Kopf nach vorne neigt. Ein wenig konnte ich meinen Patzer durch einseitiges Kürzen der Nahtzugabe noch korrigieren. Dennoch ist der Fehler sichtbar. Frustriert blieb das zugeschnittene Teil nun erst einmal ein paar Tage liegen, aber lamentieren bringt ja bekanntlich nix und so schnitt ich ein paar Tage später auch das Rückenteil, die Ärmel und die Taschen zu. Dabei durchzuckte mich die nächste Erkenntnis. Taschen für das Hummelchen – schön und gut ABER wenn ich diese wie im Schnittmuster vorgesehen einfach nur auf dem Vorderteil absteppe, führen die beiden Nähte mitten durch das Panelmotiv. Um dies zu vermeiden Schnitt ich also noch zwei weitere Taschenteile zu, um richtige Taschenbeutel nähen zu können.

Das Nähen klappte dann aber doch wie am Schnürchen. Ich achtete darauf, dass das Streifenmuster des Rückenteils und das der Eingriffslöcher der Taschen zueinanderpassen. Kurz dachte ich darüber nach, auch beim Übergang zwischen Raglan-Ärmel-Einsatz und Rückenteil auf die Streifen zu achten. Verwarf dies aber, da ich mir einbildete, das sei aufgrund der Rundung garnicht möglich. Auch hier ist mir im Nachhinein klar, dass die Streifen dort selbstverständlich in einem Winkel genau aufeinandertreffen könnten. Also auch hier wieder ein Lerneffekt, wenn eins es positiv benennen möchte. Der letzte Patzer fiel mir erst beim Säumen des Shirts ganz am Schluss auf. Die Taschen werden laut Schnittmuster beim Säumen mitgeschlossen. Da ich Taschenbeutel genäht hatte, musste ich beim Forderteil auf Höhe der beiden Taschen somit drei Stofflagen umnähen. Das wurde relativ dick. Ein Bündchenabschluss wäre wohl weitaus schöner gewesen.

Ein T-Shirt – vier Fehler. Dennoch finde ich das Ergebnis durchaus tragbar und das Hummelchen liebt wie erwartet ihre Taschen. Da sieht eins einmal wieder, wie viel „unperfekt“ dennoch schön sein kann. Wenn das nicht dazu motiviert einfach weiter zu machen, weiß ich auch nicht 🙂

Schnittmuster: Baby-Pilvi von Näähglück
Stoffe: B-Ware: Biojersey – Tigerlilly EP – „Der kleine Rabe Socke“; orang-weiß gestreifter Jersey vom Holländischen Stoffmarkt (Geschenk von einer Freundin*), rotes Bündchen
Linked in: Menschen(s)Kinder, TheCreativLover

2 Kommentare zu „Panelstoffe -oder: „Das Motiv soll vorne mittig sitzen. Ist doch ganz einfach!“

  1. Ich bin über die Menschenskinder-Linksammlung hier gelandet. Das Shirt gefällt mir sehr gut! Und gerade bei so einem „dynamischen“ Motiv macht es doch nichts, dass es nicht mittig ist, der Rabe läuft so schön ins Shirt hinein.. In der Fotografie macht man das doch auch so…
    (Nur ein kleiner Hinweis, schau mal hier, was Tigerlilly über die Veröffentlichung der Raben-Stoffe sagt: https://www.tigerlilly.de/lizenzstoffe/)

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  2. Solche Panel-Verarbeitung ist sicher Geschmackssache, ich mag ja viel lieber, wenn das Motiv nicht mittig sitzt und das Kleidungsstück dadurch ein bisschen freier aussieht. Bei eurem Shirt gefällt mir vor allem die Kombination mit dem gestreiften Stoff gut.
    Und Wahnsinn, wie lang die Haare eurer Tochter mit gerade zwei Jahren sind!

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