Von englischen Nähanleitungen und Blümchenbettwäsche

Ich nähe selten etwas für mich selbst. Das finde ich irgendwie schade, schließlich steht es in so offensichtlicher Diskepanz zur komplett selbtgenähten Hummelchen-Kleidung. Deshalb beschließe ich in regelmäßigen Abständen: „So, und jetzt bist du mal dran!“ Übersetzt heißt das meist so viel wie: „Jetzt gebe ich richtig viel Geld für zwei Meter Stoff aus, verzweifle beim Zusammenkleben von 40 Din4-Bögen, bin anschließend genervt von der unkontrollierbaren Stoffmenge auf meinem kleinen Nähtisch, verliere den Überblick bei so langen Nähten, nur um dann festzustellen, dass das fertige Kleidungsstück an mir nicht gut aussieht. Tja, und dann bekam ich aufgrund des Wetters plötzlich so große Lust einen Rock zu tragen…

Früher besaß ich einige und trug diese wirklich gerne. Nach und nach musste ich sie aufgrund diverser Alterserscheinungen jedoch aussortieren. Ich gehe wahnsinnig ungerne Kleidung für mich einkaufen. Einige Kleidungsstücke in meinem Schrank sind über zehn Jahre alt und es kommen jährlich nur eine Hand voll neuer Stücke dazu (meißt „Verschleißteile wie Leggins oder Unterhosen). Schlussendlich fand sich in meinem Kleiderschrank kein einziger Rock mehr. Da erinnerte ich mich an das Schnittmuster „Brumby Curve skirt“ über welches ich auf dem Instagramaccount der @Ringelmiez gestolpert war. Es handelte sich um einen schlichten, knielangen Rock mit leichter Raffung, der an der Hüfte coursagen- oder gürtelartig saß. Der Schnitt gefiel mir, die Nähanleitung auf Englisch schreckte mich allerdings zuerst ab. Irgendwann wagte ich es dann doch und schlug zu.

Vor einiger Zeit bekam ich zwei Ganituren Blümchenbettwäsche aus Webware geschenkt. Diese warteten nun schon lange in meinem Nähschrank auf ihren Einsatz, welcher nun wohl gekommen war. Zugegeben – der Stoff entsprach nicht ganz meinem Geschmack, aber als Rock konnte ich ihn mir tragbar vorstellen und für ein erstes „Probestück“ tat er es alle Male.

Ich bin tatsächlich ziemlich zufrieden mit diesem ersten Versuch. Wie erwartet hatte ich die größten Probleme beim Einnähen des Reißverschlusses mit der englischen Anleitung, aber auch dieser Schritt gelang. Schlussendlich würde ich den Rock als tragbar bezeichnen.

Mein Wunsch nach einem richtig schönen Exemplar war geweckt und so schlich sich bei meiner Stoff&Stil-Eskalation in Berlin auch ein Webwarestoff für einen weiteren Rock mit in meine Tasche. Auch dieser ist inzwischen zu einem Brumby Curve skirt vernäht. Da mein Proberock etwas weit saß und ich gerade sehr fokussiert dabei bin Kilos loszuwerden, verkleinerte ich das Schnittmuster um zwei Größen. Der Rock passt, fällt dadurch (im Moment) aber nicht so schön, wie die erste Version. Ich hoffe, dass sich hier mein Abnehmwille in den nächsten Wochen noch etwas positiv auswirkt.

Beide Bilder sind übrigens im Fahrstuhl auf dem Weg ins Büro entstanden. Ich finde einfach nie die Zeit und die Muße schöne Bilder von mir selbst zu machen. Dazu bräuchte ich die Hilfe einer zweiten Person und das Hannibaellchen kann es überhaupt nicht leiden. Vor allem, weil ich immer sehr genaue Vorstellungen davon habe, wie die Bidler aussehen sollten.

Naja, schlussendlich habe ich nun also zwei neue Röcke in meinem Schrank und bin mit diesen eigentlich recht zufrieden. Die Zukunft wird zeigen, ob ich diese beiden Kleidungsstücke nun öfter trage, als all die Klamotten die ich zuvor für mich nähte.

Schnitt: Bumby Curve skirt von Megan Nielsen
Stoffe: Baumwolle gewebt, Dunkelblau mit Blumen von Stoff&Stil; alte Bettwäsche aus Webware mit Blumen
Verlinkt in: theCreativLovers

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