Drei Tage – ein Monster-Set

Und wieder gibts ein Näh-Update, heute über ein Projekt, das klein begann, und groß endete:

Vielleicht erinnert ihr euch, dass ich vor Kurzem ein Trotzkopf-Shirt aus dem schönen Monster-Tunin-Stoff von Stoffonkel genäht habe. Von dem Stoff war noch jede Menge übrig. Parallel dazu bekam ich vor ein paar Tagen ein Stoffonkel-Überraschungspaket mit Uni-Jerseys und Bündchen, einiges davon in unterschiedlichen Blautönen. So entwickelte sich bei mir die Idee das bereits genähte T-Shirt um passende Kleidungsstücke zu erweitern.

Bei meinem Planungspost zum Shietwetter-Sew-Along hatte ich angegeben, dass ich noch mindestens eine etwas aufwändigere Hose und eine Jacke nähen möchte. Inzwischen hat die Hummel allerdings von verwandten zwei Strickjacken geschenkt bekommen, weshalb eine weitere klassische Jacke nicht nötig ist. Da erinnerte ich mich an das FreeBook „Mini-JaWePu„. Jacken hatten wir also genug, aber eine Weste hat die Hummel noch nicht und das ist ja irgendwie auch eine Jacke, nur eben ohne Ärmel. Damit war es beschlossene Sache: Als nächtes sollte eine Hose und eine Weste mit dem Motto „Monster Tunin“ in Größe 62 entstehen.

Begonnen habe ich mit der Hose. Dabei nutzte ich den mir bekannten Schnitt „Checkerhose“ von Klimperklein. Ich habe die Hose schon öfter in 50 und 56 genäht, allerdings ohne die im Schnittmuster enthaltenen Extras. Diese Hose sollte nun zwei Fake-Taschen und eine Trennnaht am Po bekommen, um sie ein bisschen aufzuwerten. Das Nähen funktionierte einwandfrei und so konnte ich die Hose schon eine Stunde später dem Hannibaellchen präsentieren:

 

Langsam sieht es wirklich nach HOse aus und nicht mehr nach Kreis mit Bündchen 😀 Die Stoffe sind tatsänlich allesam von Stoffonkel – die beiden Blautöne aus dem Glückspaket, der Monster-Tunin-Stoff und das graue Bündchen aus einer früheren Bestellung.

Von meinem Näherfolg angespornt, setzte ich mich sofort an die Weste nach dem Mini-JaWePu-Schnitt. Die Weste wird laut Schnittmuster mit Innenfutter und Kapuze genäht und da ich aufgrund meiner letzten gescheiterten Versuche die Nase vom Schnittmuster-Anpassen voll hatte, wollte ich sie auch genau so nähen. Die Schnitteile für Außen- und Innenweste sind grundsätzlich identisch, wobei diese für die Außenweste noch einmal zerteilt werden. Damit die Weste farblich gut zur Hose passt, beschloss ich Paspeln in dunklem Blau einzufügen und damit das Monster-Tunin-Motto sichtbar wird, wollte ich eine Applikation des Monsters auf den Westen-Rücken aufnähen. Ich kopierte mir also das Monster und vergrößerte es. Anschließend nähte ich die Außenweste mitsamt der Paspeln zusammen und applizierte Tunin. Bis dahin funktionierte alles sehr gut. Auch das Nähen der Kapuze klappte noch gut. Mein Flow sollte jedoch bald zu Ende sein, das Einnähen der Bündchen ging nämlich gründlich schief. Ich hatte mich für Kontrastfarben für die Nähte entschieden und das war falsch. Aufgrund der Paspeln gab es einige Stellen bei welchen sechs Stofflagen aufeinandertrafen. Hier verzog es mir die Nähte und alles wurde krumm und schief. Ich verbrachte also sehr viel Zeit damit aufzutrennen und neu zu nähen. An den Armbündchen kam jedoch alles zu spät. Die sehen schei*e aus, aber ich kann es einfach nicht mehr ändern. Auftrennen wür den Stoff zerstören.

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Als nächstes war der Reißverschluss an der Reihe. Auch das verlief nicht wie geplant. Die Anleitung war (vermutlich) gut, aber zwischen verstehen und umsetzen liegt eben doch noch einiges. Er lässt sich öffnen und schließen, damit sollte ich mich dann wohl zufrieden geben… Inzwischen waren nämlich sehr viele Stunden vergangen die ich mit der Nähmaschine verbracht hatte und langsam wollte ich nur noch fertig werden. Da sieht mensch über solche Fehler auch mal weg. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt gewusst hätte, wie schlimm es tatsächlich noch wird… Das erfuhr ich aber erst noch ein bisschen später, als mir bewusst wurde, dass es da ja auch noch ein Innenfutter gibt, welches angenäht werden möchte und zwar an den Säumen, die ich bereits eingenäht hatte. Nun musste ich also tricksen. Spoiler: Es iseht übel aus, aaaber es ist ja zum Glück innen.

So kann ich heute also tatsächlich eine fertige Weste präsentieren. Sie hat viele Fehler, aber sie hat auch schöne Details und auf die möchte ich mich konzentrieren. Die Weste hat schöne Paspeln, die Monster-Applikation ist gut geworden und die Ziernähte an der Kapuze und den Taschen sind auch gelungen.

 

Jedes neue Nähprojekt lässt mich lernen und so versuche ich nicht allzu enttäuscht darüber zu sein, dass doch so viel schief gegangen ist. Dennoch werde ich das Schnittmuster „Mini JaWePu“ wohl nicht nocheinmal in dieser Größe nähen. Das ist mir alles doch zu fummelig. Das fertige Set gefällt mir trotzdem:

 

Nun war ich allerdings so sparsam mit dem Tunin-Stoff, dass ich immernoch jede Menge davon habe. Mal sehen, was daraus irgendwann noch wird 🙂

Schnittmuster: E-Book „Checkerhose“ von Klimplerklein, FreeBook „Mini JaWePu“ von Schbanelina

Stoffe: Monster Tunin in blau von Stoffonkel, unterschiedliche Uni-Jerseys von Stoffonkel, hellgrauer Bündchenstoff von Stoffonkel, minzfarbener Uni-Jersey aus der Restekiste

Verlinkt in: Menschen(s)Kinder, Schietwetter SewAlong, Kiddikram

6 Kommentare zu „Drei Tage – ein Monster-Set

  1. Sag mal, darf ich Euch mal was fragen? Ich warte immerzu auf einen Bericht, wie es sich denn nun anfühlt, Eltern zu sein, wie sie sdich so macht, in Eurer kleinen Familie, die kleine Hummel. Aber alles was ich sehe sind Nähanleitungen und ein Bericht über Euer „Seminar“. Hat das einen Grund? Berichtet Ihr bewusst nicht über das K i nd, weil Ihr erstmal die Verhandlung abwarten wollt/müsst? Ich bin ja nur neugierig und würde mich so über einen kleinen Einblick in Euer neues Leben freuen…!
    Viele Grüße
    Ulrike

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo 🙂
      Gut zu wissen, dann werde ich da gerne einmal etwas dazu berichten. Ich glaube der Grund warum wir bis jetzt noch nichts zu unserem Alltag geschrieben haben ist viel banaler. Es fühlt sich alles einfach richtig an. Es ist so normal und schön, dass ich garnicht auf die Idee gekommen bin davon zu berichten. Wir haben uns super als Familie eingelebt und lieben unsere Tochter* unendlich. Wir sind einfach angekommen…

      Gefällt 3 Personen

  2. Ein tolles Set. Den Schnitt für die Weste habe ich vor zwei Wochen auch ausgedruckt, jetzt will er noch zugeschnitten und dann genäht werden… Mal gucken, ob für den Butz oder das Geschwisterkind, vielleicht auch für beide… Als unser Sohn klein war (inzwischen ist der ja ein Teenager), mochte ich solche Sweatshirt-Westen sehr gerne, weil die Langarmshirts beim Toben oft warm genug waren und wenn’s mal kühler war, reichte eine Weste darüber völlig aus. Drück mir die Daumen, dass mein Nähflow bald wieder einsetzt, wir waren jetzt ein paar Tage verreist und da muss ich erst wieder in den Rhythmus kommen…

    Herzensgrüße an dich

    Anni

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Noelana,
    ich finde gut, dass du dich auf die schön gewordenen Stellen an der Weste konzentrierst. Fast immer ist man mit irgendeiner Stelle unzufrieden, und du hast recht, dass du die als Lernfeld betrachtest du dich am Rest freust. Mir gefallen auch die Paspeln, die Ziernähte und deine Rückenapplikation supergut.
    Eine Frage hab ich aber noch zu deinen Texten: Ich kenne das „Gendersternchen“ als Differenzierung bei Gruppenbezeichnungen, also zum Beispiel für Schüler*innen und Lehrer*innen. Ich verstehe aber nicht, warum du es hinter jedes Wort setzt, aus dem man ein Geschlecht ableiten könnte, also auch Tochter und Krankenschwester. Welchen Sinn hat das?
    Viele Grüße, Meike

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Meike 🙂 Da antworte ich doch gerne. Geschlecht ist für mich eine ausschließlich zugewiesene Kategorie. Dass Joli ein Mädchen oder männlich aussehendes Krankenhauspersonal von mir ‚Arzt‘ genannt wird, ist meine Einschätzung. Ich weiß nicht, ob die Personen sich selbst so bezeichnen würden. Der Genderstern hinter jeglichen Geschlechtsworten zeigt an, dass dass die Nennung lediglich auf meiner Einschätzung beruht und nicht auf einer tatsächlich von der Person bestimmten Geschlechtseinordnung. Ich hoffe ich konnte helfen 🙂 liebe Grüße!

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