Hallo Ihr lieben,

Hier ein kurzes Lebenszeichen. Zwar komplett ohne Hummelcheninfos, aber es muss trotzdem mal raus…

Noelana fährt gerade ihren brandneuen Laptop abholen (Sie bekommt von dem Kolleg, mit dessen Hilfe sie promoviert einen gestellt) und ich bin gerade dabei, die kriegsähnlichen Verwüstungen zu beseitigen, die in den letzten paar Tagen in unserer Wohnung entstanden sind.

Aber vielleicht von vorne…

Eigentlich fing nämlich mal wieder alles recht harmlos an. Wie Ihr ja vielleicht mitbekommen habt, haben wir tatsächlich diese Woche Urlaub. So richtig. Also in echt. Eine Woche frei, die nicht schon komplett verplant ist mit Sachen, die aufgeholt werden müssen. Also zumindest fast. Gut, wir fahren am Donnerstag nach Paderborn auf eine Fortbildung, aber das ist nur ein Tag und den Rest des Wochenendes verbringen wir in einem Wellness-Hotel (Auch wenn wir uns das dank der inzwischen angekommenen Rechnung für die IFV/ICSI eigentlich gar nicht leisten können, aber man gönnt sich ja sonst nix…). Aber sonst gab es keine Termine.

Zumindest nicht, bis Noelana beschlossen hat, dass die Küche unbedingt einen neuen Anstrich braucht. „Nur die eine Wand, das ist eine Sache von 3-4 Stunden, das geht ganz schnell!“ Stimmt, das Ansteichen ging schnell und sieht gut aus – die Küche hatte es wirklich nötig. Was nicht so schnell ging, war das Ausräumen, abmontieren und saubermachen und anschließende wieder Aufhängen sämtlicher Hochchränke, sowie das Putzen hinter dem Herd und der Waschmaschine, das ja nun wirklich noch in einem Aufwasch erledigt werden kann, wenn wir schon dabei sind…

Aber gut, was muss das muss, Sie hat ja Recht! Von alleine wird es nunmal nicht sauberer. Das Problem an unserer Küche ist, dass wir keinen Dunstabzug haben, der eine Abluftverbindung nach draußen hat. Unsere bescheidene Dunstabzugshaube läuft also nur auf Umluft. Das bedeutet in der Konsequenz vor allem eines: FETT. Und zwar ÜBERALL. An den Wänden, an der Decke und an allen Oberflächen, die höher montiert sind, als 1,20 m. Das ist ja auch der Grund, warum Streichen so notwendig war. Die Wände machten uns hier allerdings die geringsten Probleme. Etwas Apfelgrüne Latexfarbe und stinknormales Weiß und der Käse war gegessen. Zwar ist auch unser Küchenboden jetzt ein gutes Stück blassgrüner als zuvor, weil Latexfarbe und Linoleum scheinbar eine recht unheilige Verbindung sofort ab Erstkontakt eingehen und Noelana nicht all zu viel vom Abdecken hält, aber hey, was sind schon solche Kleinigkeiten im wenn man abwischbare Wände hat und bei dem Fußboden macht das wirklich nicht mehr all zu viel aus…

Die größere Herausforderung war tatsächlich eher die Fettschicht auf den Hochschränken. Es kostete uns teilweise fünf  Anläufe und eine gefühlte Tonne Backofenspray und Fettlöser, um diese soweit sauber zu kriegen, dass man nicht das Gefühl hatte, in eine schüssel kalte Pommes gelangt zu haben, nachdem man sie angefasst hatte.

Der Samstag ging damit erstmal gut ins Land, aber wenigstens konnten die Schränke am nächsten Morgen dann wieder relativ reibungslos zurück an die Wand montiert werden.

Wie aber bereits angekündigt handelte es sich hierbei ja allerdings auch nur um den ersten Streich. Es stand ja noch die Putzaktion hinter der Waschmaschine an (und eigentlich auch hinter dem Herd, worauf wir dann aber aus gegebenem Anlass doch verzichteten…). Hier kommt auch endlich die Überschrift dieses Beitrags ins Spiel.

Unsere Waschmaschine sitzt ziemlich passend zwischen dem Herd und einem Küchenschrank unter unserer Arbeitsplatte, und das unbewegt, seit wir besagte Arbeitsplatte vor ca. 3 Jahren dort von Noelanas Papa einbauen haben lassen. Sie da erstmal wieder raus zu friemeln erforderte eine gute Mischung aus chirurgischer Präzision und roher Gewalt. Mit der letzteren haben wir es scheinbar etwas übertrieben.

Beim herausziehen des Klotzes wurde scheinbar einer der Wasserführenden Schläuche zu stramm gespannt und es bildete sich ein Riss im Plastikverbindungsteil. Die Folge: ein Nasser Küchenboden und lautstarke Flüche unsererseits, vor allem, weil es ja natürlich Sonntag Abend war und keine Möglichkeit bestand, irgendetwas zu unternehmen, außer das Wasser abzudrehen und auf den nächsten Morgen zu warten… Noelana war zu diesem Zeitpunkt schon selbst ordentlich von der Küchenaktion genervt und entsprechend zickig und auch ich hatte mir den Start in den Urlaub anders vorgestellt, aber was soll man machen, hilft ja nix. In diesem Zug verzichteten wir dann auch darauf, das Selbe noch mit dem Herd zu versuchen. Ein Wasser- UND ein Gasleck wollten wir dann doch nicht riskieren.

Also wurde die Abendplanung wie folgt festgelegt: Wasser abdrehen, Küchentür zumachen, alles dahinter vergessen und gemütlicher Fernsehabend und am nächsten Morgen Ersatzschlauch im Baumarkt holen.

Es klang nach einem guten Plan. Im Fernsehen lief Kitchen Impossible – eine Sendung, die wir beide leidenschaftlich gere kucken, einfach aus dem Grund, dass wir Tim Mälzer nicht mögen und ihn gerne leiden sehen. Leider stellte sich aber heraus, dass das Fernsehbild irgendwie etwas grisselig und unscharf daherkam. Da wir beide die Schweißperlen auf Mälzers Stirn aber gerne scharf sehen wollten, gab es nur eins: kurz am Anschluss des Fernsehkabels ruckeln, das hatte bisher immer geholfen um das Bild wieder scharf zu kriegen. Nur eben nicht heute.

Nach einem kurzen, durchaus sehr zaghaften Versuch, das Anschlussstück ein Milimeterchen zu bewegen kam Noelana die Hälfte des besagten Anschlusses mit komplett durchgebrochenen Dräthen entgegen. Sämtliche vor-Ort-Rettungsversuche schlugen fehl und auch im Internet gab es die Folge nicht live zu sehen. Also kein schadenfreudiger Fernsehabend für uns und auf die To-Do-Liste für heute noch „Elektriker rufen“ hinzugefügt.

Tja, so viel also zum ersten Urlaubswochenende. Ich muss zugeben, wenn ich nicht so gefrustet gewesen wäre, wäre die Situation fast komisch gewesen. Jetzt gilt es eben, die entstandenen Schäden zu beseitigen und dann hoffentlich noch etwas Ruhe zu haben. Noelana schaut auf dem Rückweg vom Laptop-Abholen gleich noch beim Baumarkt vorbei und ich versuche seit einigen Stunden, einen Elektiker aufzutreiben, werde aber immer mit der gleichen „Wir melden uns in spätestens einer Stunde bei ihnen zurück“ – Aussage vertröstet (ehrlich, man könnte meinen, die wollen alle mein Geld nicht…).

Ich habe uns nun jedenfalls erstmal ein großes Schild mit der Aufschrift „never touch a running system“ an den Kühlschrank geklebt und werde jetzt weiter an der groben Beseitigung des Schalchtfeldes arbeiten, in der Hoffnung, dass Noelana demnächst mit Ersatzteilen zurück kommt und die Küche dann endlich wieder Urzustand hat. Wie das mit dem Fernsehkabel ausgeht, steht noch in den Sternen, aber irgendwann muss sich ja mal ein Betrieb erbarmen und gnädigerweise Geld von uns wollen. Wir werden sehen.

Liebe Grüße,

Hannibällchen

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