Hoch die Hände, Wochenende!

Es ist Sonntag! Yay! Das bedeutet, dass wir endlich beide ausschlafen konnten. Und das bedeutet, dass (zumindest) ich mich endlich für ein kurzes Update aufraffen kann.

Das wichtigste zuerst: Es ist soweit alles gut. Wir beide und vor allem Noelana hat die letzten Tage gut überstanden und die Punktion war erfolgreich. Ich habe Noelana in den letzten Tagen des öfteren scherzhaft als „Legehennchen“ bezeichnet, da ja schon bekannt war, dass es wohl ziemlich viele Follikel sind, die sie mit sich rumgetragen hat. Der Artzt, welcher die Punktion durchgeführt hat, war wohl der selben Ansicht. Er meinte, dass die Ausbeute bei meiner Frau sein bisheriger persönlicher Rekord war. 29 Eizellen sind es am Ende geworden, wovon 15 perfekt befruchtet werden konnten.

Insgesamt sogar noch eine Hand voll mehr, aber die haben alle die eine oder andere Entwicklungsverzögerung und sind daher nicht so ganz sicher mitzurechnen… Nach dem Debakel beim letzten Versuch ist so eine Info natürlich sehr erleichternd. Auch wenn – das ist der winzige Wermutstropfen – Das wieder Einsetzen nun doch noch etwas warten muss, aufgrund der bereits befürchteten Überstimulation und dem durch die andere Auslösespritze gehörig durcheinander geratenen Hormonhaushalt. Die Embryos liegen jetzt also im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis und wir warten bis ca. März, bis dahin sollte sich Noelanas Zyklus wieder normalisiert haben. Das passt uns zwar nicht so ganz, aber was soll man machen… Zumal es tatsächlich recht angenehm ist, erstmal in der nächsten Zeit nicht mehr nach Würzburg gurken zu müssen.

Die letzten Tage waren dafür dann doch anstrengend genug. Am Freitag um halb sechs uhr morgens ging es für uns ja schon los zum Zug, so dass wir tatsächlich schon um sieben Uhr in der Klinik sein konnten. Das war nervig, aber leider notwendig, da meine Frau als allererstes in den Op kommen sollte. Immerhin stand ja am Nachmittag direkt im Anschluss noch die Lehrveranstaltung in Bamberg an. Zum Glück wusste die halbe Klinik schon Bescheid, dass wir es eilig hatten (und die andere Hälfte wurde auch bei jeder Gelegenheit darüber informiert…) und es wurde alles mögliche dafür getan, dass wir um 12:00 uhr wieder weiter konnten. Besonderer Dank gebührt hier vor allem der extrem freundlichen Stationsschwester, die wirklich versucht hat, alle anderen Beteiligten zur Eile zu bequatschen. So saßen wir also tatsächlich um zehn vor zwölf bereits im Auto unserer absolut genialen Freundin, die extra ihren freien Tag opferte, um uns rechtzeitig von Würzburg nach Bamberg zu befördern. (Ein ganz dickes Bussi an dieser Stelle auch noch einmal an dich! Du warst spitze! Dankeschön!) Wieder Erwarten klappte also auch das problemlos, was mich sogar jetzt im Nachhinein noch immer fasziniert.

So konnte Noelana tatsächlich um 14:00 uhr ihre Vorlesung vor sage und schreibe 55 Teilnehmenden starten, mit mir als Eifriger Assistenz, dami sie sich doch noch nicht so wahnsinnig viel zumuten musste. Ich ziehe hier auch absolut den Hut vor meiner Frau, weil sie nach einer Vollnarkose vor so vielen Leuten eine absolute Hammer-vorlesung abgeliefert hat, und selbst nach sechs Stunden lediglich einen etwas kratzigen Hals vom vielen Schreien hatte. Irgendwie kriegt sie einfach Nichts und Niemand klein. Wenn sie eine Schwangerschaft und die Geburt auch so gut wegsteckt, werde ich sie wohl ans Bett fesseln müssen, damit sie nicht am nächsten Tag einfach wieder arbeiten geht… So fielen wir nach dem Tag, der ja sehr früh begonnen hatte, irgendwann um 23 uhr – nach der heimfahrt mit dem Zug – auch relativ erschöpft ins Bett. Für Noelana ging es am nächsten Morgen um halb Neun dann auch schon wieder zurück nach Bamberg für den zweiten Seminartag, diesmal aber mit dem Auto und ohne mich. Ich verbrachte den Tag damit, die Bude so sauber wie möglich zu machen und Einzukaufen, weil unsere Vorräte zuhause in der letzten stressigen Zeit doch sehr geschrumpft waren… Ziel war es hierbei, dass wir heute, am Sonntag beide einfach So. Überhaupt. Gar. Nix. machen müssen und einfach nur entspannt auf dem Sofa herumhängen können. Und das werden wir jetzt auch noch eine Weile fortsetzen… Liebe Grüße, Hannibällchen.

Advertisements

4 Kommentare zu „Hoch die Hände, Wochenende!

  1. Was für ein supertolles Ergebnis! Werden alle befruchteten Eizellen jetzt bis zum Blastozystenstadium kultiviert, oder wurden sie schon vorher kryokonserviert? Hut ab auch, dass Noelana das mit der Lehrveranstaltung noch hinbekommen hat. Jetzt erholt ihr euch hoffentlich gut.

    Gefällt mir

  2. Liebe goldtopf,

    inzwischen bin ich wieder ein bisschen fitter 🙂 Unsere Eisbärchen werden schon vorher kryokonserviert, dann in Grüppchen aufgetaut und kultiviert. Je nachdem wie gut sie sich entwickeln gibt es dann den Transfer an Tag drei (8-Zeller), oder an Tag fünf (Blastozysten). Sollten nicht alle Embryonen gebraucht werden, können die restlichen dann wieder eingefroren werden.
    Heute muss ich nicht arbeiten. Ich werds mir zuhause gemültich machen und zwischen der Arbeit an der Diss und Haushalt wechseln… Das ist schon fast eine Auszeit für mich 😀

    liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

  3. Puh, ich habe mich eben durch Eure Beiträge gelesen und muss sagen: Hut ab! Da habt Ihr eine Menge erlebt, vor allem Noelana. Bei der Anzahl der Follikel blieb mir mal kurz die Luft weg 😀
    Tat Dir da nicht unheimlich der Bauch weh? Wenn ich einen Eisprung habe, kann ich oft schon kaum sitzen, da stelle ich es mir ziemlich qualvoll vor, so viele reife Follikel mit sich herumzutragen.
    Die Phase der (relativen) Entspannung bis zum zum Transfer habt Ihr Euch sowas von verdient ❤

    Gefällt mir

  4. Hallo zwergendomteur,
    ich freue mich sehr, dass du auch unsere Geschichte mitverfolgst, ich finde deine nämlich sehr schön, ermutigend und realistisch zugleich!
    Zu dienen Fragen: Nein, mir ging es bis zum Schluss eigentlich recht gut. Viele ICSI/IVF-Mädels* klagen ja über deutliche Schmerzen, harten Bauch, Übelkeit, Erbrechen, etc. Ich wurde davon zum Glück verschont. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass man einen Transfer im selben Zyklus wagen hätte können, aber meine Blutwerte haben wohl dagegen gesprochen. Ich scheine grundsätzlich das Glück zu haben mich nicht so sehr mit Hormonen herumquälen zu müssen wie viele andere. Das Gefühl der „Legehenne“ war aber dennoch da 😀

    Ja, ich merke auch, dass uns die Entspannung gut tut. Diese Woche war relativ entspannt bzw. zumindest ist nichts Unvorhergesehens passiert. Die nächste wird es bei mir leider nicht mehr. Ich habe sehr viele Termine auf die ich mich ausführlich vorbereiten muss… Naja, auch die werden irgendwann vorbei gehen…

    Ich wünsch euch einen schönen Tag!
    Liebe Grüße!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s