Hallo ihr Lieben ,

dann folge ich doch einfach mal dem Beispiel meiner Blog-Freund*innen und gebe auch einen kurzen Jahresrückblick zum Besten. Es ist viel passiert in den letzten zwölf Monaten und so im Nachhinein wundere ich mich, dass wir so gut aus der Sache rauskommen:

Unsere zwölf Monate 2017:

  1. Januar:
    Noelana war arbeitslos. Ihr Arbeitsvertrag war nur bis Ende Dezember befristet, da es sich um einen Krankheitsvertretung handelte und die zu vertretende Kollegin* nach über einem Jahr wieder auf ihre Stelle zurückkehrte. Das Hannibaellchen studierte noch und jobte nebenher in der Kinderbetreuung. Noelana fand trotz intensiver Bewerbung keinen Job, galt aber offiziell noch als Studentin, da ihre Masterarbeit noch nicht benotet war (die Betreuerin ließ sich mehr Zeit als erlaubt damit). So konnte Noelana kein ALGII beantragen und musste ihre Eltern um Unterstützung bitten (an Weihnachten 2016), was ihr sehr schwer fiel. In diesem Zusammenhang erzählte sie auch von den vier gescheiterten Inseminationsversuchen in 2016. Das Hannibaellchen und Noelana erhielten einmalig 2000 € zum Überleben. Hannibaellchens Mutter wurde kurz nach Weihnachten mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert und dort ins künstliche Koma gelegt.
  2. Februar
    Noelana und Hannibaellchen verbringen jeden Tag und jede Nacht mit der Fertigstellung der Bachelorarbeit des Hannibaellchens. Diese hatte sich gerade erst von ihrer massiven Depression erholt und benötigte noch recht viel Unterstützung, zumal wissenschaftliche Arbeiten ihr keine große Freude bereiteten. Noelana bewarb sich weiterhin auf so gut wie jede ausgeschriebene Stelle, bekam jedoch kaum Rückmeldungen und noch weniger Einladungen für Vorstellungsgespräche. Ende des Monats konnte das Hannibaellchen ihre Bachelorarbeit abgeben. Außerdem wechselten die Beiden von der Kinderwunschpraxis in München zur Frauenklinik der Uniklinik in Würzburg. Sie möchten, nachdem vier Inseminationen negativ verliefen, nun weitere Untersuchungen durchführen lassen. Eine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung (die sehr sehr schmerzhaft war) brachte jedoch kein eindeutiges Ergebnis. Das Hannibaellchen und Noelana entschließen, den Kinderwunsch etwas ruhen zu lassen, um Geld für eine künstliche Befruchtung ansparen zu können. Sie lassen jedoch vorsorglich bereits einen Halm Spernder*samen in die Klinik schicken. Der Zustand von Hannibaellchens Mutter verschlechterte sich (nach einer kurzen Phase der Besserung) akut. Sie musste beatmet werden, erhilet Dialyse, wurde künstlich ernährt und die Entzündungswerte sanken nicht. Wenige Tage nach der Abgabe der Bachelorarbeit traf Hannibaellches Vater die Entscheidung, die lebenserhaltenden Geräte abstellen zu lassen. Hannibaellches Mutter verstarb wenige Stunden später.
  3. März
    Der Monat war geprägt durch die Trauer des Verlustes. Dennoach suchte Noelana weiter nach einer Festanstellung und auch das Hannibaellchen begann mit der Jobsuche. Noelana unterschrieb Mitte des Monats endlich einen Arbeitsvertrag, zwar nicht für ihren Traumjob aber ihr war zu diesem Zeitpunkt alles recht. Parallel dazu bewarb sie sich für ein Kolleg, welches Verbundpromotionen von Hochschul-Absolvent*innen ermöglicht. Für die Bewerbung musste bereits ein recht ausführliches Exposé zum gewünschten Forschungsvorhaben ausgearbeitet werden. Nach wie vor hatten das Hannibaellchen und Noelana keine Einnahmequelle, außer Hannibaellchens kleinem Studierendenjob. Die Einmalunterstützung von Noelanas Eltern war längst aufgebraucht (deckten sie doch noch nicht einmal Mietzahlungen der letzten drei Monate) und so verschuldeten sie sich immer mehr. Außerdem kümmern das Hannibaellchen und Noelana sich vermehrt um Hannibaellchens Vater, der nun nach dem Tot seiner Frau, alleine in einer Wohnung weit draußen auf dem Land lebt. Hannibaellches 29 Geburtstag wird dementsprechend kaum gefeiert.
  4. April
    Noelana beginnt Mitte des Monats endlich mit ihrem neuen Job als Sozialpädagogische Familienhilfe in Teilzeit (30 Wochenstunden). Das Hannibaellchen hat nun auch mehrere Vorstellungsgespräche und erhält kurze Zeit später eine Zusage für eine 40-Stunden-Stelle in der Asyl- und Flüchtlingsberatung. Das ist auch nicht ihre Traumstelle, aber man nimmt, was man bekommt. Ende des Monats gibt es aufgrund es Feiertags zum 1. Mai ein verlängertes Wochenende, welches die Beiden als Paar genießen wollen, bevor der Arbeitsalltag beginnt. Daraus wird leider nichts, da Hannibaellches Vater sich an diesem Wochenende versucht das Leben zu nehmen. Die Trauer un den Verlust seiner Frau, die Abgeschiedenheit und Einsamkeit, sowie eine schon lange bestehende Depression waren zu viel. Er wird erst ins Krankenhaus und anschließend in eine psychatrische Klinik eingewiesen. Das Hannibaellchen und Noelana besuchen ihn jedes Wochenende. Es wird klar, dass Hannibaellchens Vater aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in seiner Wohnung auf dem Land leben kann. Er kündigt das Mietverhältnis nis und das Hannibaellchen und Noelana beginnen mit dem Ausräumen einer geräumigen Wohnung, in welcher sich in den letzten 20 Jahren sehr vieles angesammelt hatte.
  5. Mai
    Das Hannibaellchen beginnt mit ihrem* sehr anspruchsvollen Job. Noelana, die aufgrund ihrer 30-Stunden-Woche, etwas mehr Zeit zur Verfügung hat, versucht einige Angelegenheiten von Hannibaellchens Vater zu regeln. Jedes Wochenende besuchen die Beiden an einem Tag Hannibaellchens Vater in die Klinik, wo er sich gut eingelebt hat und räumen am anderen Tag dessen Wohnung aus. Sie erhalten dabei viel Hilfe von Freund*innen und Noelanas Eltern, ohne deren Hilfe sie die Mammutaufgabe nicht bewältigt hätten. Auch Noelanas 25 Geburtstag rückt in den Hintergrund und wird nicht gefeiert.
  6. Juni
    Auch den Juni verbringen die Beiden hauptsächlich mit den Fahrten zwischen Hannibaellches Vater, dessen Wohnung und den Wertstoffhof. Das Hannibaellchen ist inzwischen mit ihrer Einarbeitung fertig und übernimmt als Hauptansprechpartnerin* zwei Geflüchtetenunterkünfte. Noelana hat ein Vorstellungsgespräch für das Verbundkolleg zur Promotion, auf welches sie sich ausführlich vorbereitet. Ende des Monats wird außerdem klar, dass Hannibaellches Vater aus der Klinik entlassen wird. Da seine Wohnung gekündigt (und leer geräumt) und keine neue Bleibe in der Stadt in Aussicht ist, zielt er übergangsweise bei Hannibaellchen und Noelana ein. Der erste volle Lohn von Beiden wird komplett zur Schuldentilgung genutzt. In diesem Monat verstirbt unerwartet der Kater „Capitän Dreibein“ mit gerade einmal zehn Jahren.
  7. Juli
    Das Zusammenleben mit Hannibaellches Vater auf so engem Raum ist sehr schwer, was nicht an ihm, sondern der Gesamtsituation liegt. Seine Wohnung ist inzwischen vollständig leer geräumt, weshalb zumindest die Wochenende wieder entspannter werden. Es verletzt Noelana zu sehen, dass das geplante Kinderzimmer immernoch nicht den gewünschten Zweck erfüllt. Die Beiden beschließen deshalb sobald alle Schulden beglichen sind, konkret mit den Vorbereitungen für die erste künstliche Befruchtung zu beginnen. Noelana erhält außerdem eine Zusage für das Verbundkolleg. Sie darf promovieren. Damit beginnt für sie eine sehr stressige Zeit in der sie viele Formalia klären muss und auch mit der konkreten Arbeit an der Dissertation beginnen sollte. Sie macht derzeit aber sehr viele Überstunden in ihrem Job und ist dort zusehens unglücklich.
    Noelana und Hannibaellchen konnten sämtliche Schulden zurückzahlen und sind damit wieder liquid, denn sie verdienen mehr als dreimal so viel Geld wie früher. Damit deren Kätzin nicht alleine ist, kümmern sie sich um Gesellschaft und bekommen von einer Katzenpflegestelle den Perserkater „Jayjay“.
  8. August
    Noelana hält es in ihrem Job nicht mehr aus. Sie wird immer unglücklicher und schafft es nicht sich Zeit frei zu schaufeln, um an ihrer Dissertation zu arbeiten. Nicht nur, dass sie den Job nicht mag und viele Kolleg*innen ihr unsympatisch sind, sie bekommt immer mehr das Gefühl für den Beruf der Sozialpädagogin nicht geeignet zu sein. Mitte des Monats zieht sie Konsequenzen und kündigt (gerade noch so in der Probezeit), obwohl sie noch keinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben hat. Das Hannibaellchen hat sich in ihrem Job ganz gut eingefunden. Obwohl auch sie diesen nicht als Traumberuf betrachtet, macht sie die Arbeit gut.
  9. September
    Noelana ist wieder arbeitslos. Sie bewirbt sich auf einige Stellen, jedoch nur auf solche, die sie sich wirklich vorstellen kann. Sie erhält die Einladung für ein Vorstellungsgespräch bei einer sehr interessanten Organisation, geht hin, stellt einige Anforderungen (zb. 20-Stunden-Woche) und wird dennoch genommen. So kann sie den rest des „freien“ Monats genießen und endlich in Ruhe an ihrer Dissertation arbeiten. Auch das Hannibaellchen hat zwei Wochen frei – der erste längere Urlaub, den die Beiden zum Ausspannen nutzen können. Nachdem Noelana den neuen Arbeitsvertrag unterschieben hat und somit klar ist, dass auch sie ab Oktober wieder Geld verdient, beschließen die Beiden nun eine künstliche Befruchtung durchführen zu lassen. Noelana muss einige Voruntersuchungen auffrischen, es werden Medikamente in Frankreich bestellt und dann warten die Beiden nach über einem halben Jahr einmal wieder auf Zyklustag 1. Außerdem fahren sie gemeinsam auf eine Tagung nach Köln, deren Kosten vollständig von Hannibaellches Arbeitsgeber* bzw. Noelanas Promotionskolleg übernommen wurden. Es fühlte sich fast an wie ein kurzer Urlaubsstädtetripp.
  10. Oktober
    Noelana startet ihren neuen Job und ist vom ersten Tag an überglücklich. Sie hat ein richtig tolles Team und mag ihre konkrete Arbeit. Es ist sehr schwer die Termine für die künstliche Befruchtung und den neuen Job unter einen Hut zu bekommen, aber es gelingt. Außerdem lassen das Hannibaellchen und Noelana ihre eingetragene Lebenspartnerschaft am ersten möglichen Tag in eine Ehe umwandeln. Der erste Kontrollultraschall zum Follikelwachstum bringt der Euprorie der letzten Tage aber ein Ende. Es haben sich nur vier Eizellen entwickelt. Die Ärzt*innen raten aber nicht zu einem Abbruch. Es können dann auch tatsächlich alle vier Eizellen entnommen werden, davon lassen sich jedoch nur drei befruchten und nur zwei entwickeln sich weiter. Drei Tage nach der Punktion erhält Noelana zwei 8-Zeller zurück. Sie bleibt nicht schwanger. Die Klinik veranschlagt zwei Pausenzyklen, bevor an eine Weiterbehandlung gedacht werden kann. Noelana und Hannibaellchen sind somit viel Geld los und wieder einmal zum Warten verdammt.
  11. November
    Das Zusammenleben in der Wohnung wurde für alle Parteien immer unerträglicher. Man trampelte sich ständig auf den Füßen herum und vor allem Noelana fühlte sich nicht mehr wohl in ihren eigenen vier Wänden. Einvernehmlich wurde entschieden, dass Hannibaellches Vater Ende des Monats zu einer Freundin* ziehen würde. Trotz intensiver Bemühungen hatte er noch immer keine kleine Wohnung für sich gefunden. Die Wohnsituation hier ist im Moment einfach katastrophal. Noelana schaffte es nach der Einarbeitung in ihrem neuen Job mehr Zeit mit ihrer Promotion zu verbingen und entwickelte eine gute Tagesroutine. Es kehrte etwas Ruhe ein. Eine erfreuliche Nachricht gab es auch, denn die Rechnung für die künstliche Befruchtung fiel weit niedriger aus als veranschlagt, weshalb auch die Finanzen von Hannibaellchen und Noelana nicht so sehr litten. Das Hannibaellchen und Noelana beschlossen ein Pflegekind aufzunehmen, sollte auch die zweite künstliche Befruchtung negativ enden. Sie informierten sich diesbezüglich und begannen die notwendigen Unterlagen auszufüllen und zu beschaffen.
  12. Dezember
    Hannibaellches Vater zog zu einer Freundin. Er behielt zwar für Notfälle noch das eingerichtete Zimmer, wohnte aber nicht mehr dort. Die Situation entspannte sich und das Hannibaellchen und Noelana konnten ihre Zeit zu Zweit richtig genießen. Weihnachten verbrachten sie in ihren eigenen vier Wänden und bei Noelanas Familie. Ende des Monats waren dann auch endlich die von der Klinik veranschlagen zwei Pausenzyklen vorbei und Noelana konnte zwischen den Jahren mit der Stimulation für die zweite ICSI beginnen. Hannibaellches Vater ehielt endlich eine Zusage für eine kleine Wohnung und unterschrieb den Mietvertrag an seinem Geburtstag. Sein Zimmer wurde ausgeräumt, steht nun leer und wartet darauf demnächst mit Kindersachen gefüllt zu werden.

So, das war nun also unser Jahr in zwölf Monaten. Ich habe mich kurz gefasst und dennoch ist es so viel geworden. Dieses Jahr war… voll. Es passierte viel zu viel Negatives, aber auch einiges Positives. Kaum ein Monat verging, ohne eine Veränderung, doch die größte Veränderung hat sich nicht ergeben. Wir sind immernoch nicht schwanger. Dennoch haben wir einen Plan für 2018 und es wäre wirklich an der Zeit, dass einer unserer Pläne auch einmal funktioniert. Ich bin unheimlich dankbar, dass wir dieses Jahr meistern konnten. Mein größtes Glück ist meine Frau*. Das Hannibaellchen und ich sind ein tolles Team. All diese Schicksalsschläge und Veränderungen konnten uns nicht unterkriegen. Wir sind immer wieder aufgestanden und haben weitergekämpft… gemeinsam… für uns… für unsere gemeinsame Zukunft. Wir haben noch enger zueinander gefunden, sofern das überhaupt möglich war. Selbstverständlich waren wir nicht immer so gut zueinander, wie wir es verdient gehabt hätten. Wir haben gestritten, aber wir haben uns auch immer wieder versöhnt und wir durften noch einmal und dieses Mal (hoffentlich) endgültig JA zueiander sagen.

Für 2018 wünschen wir uns nun Ruhe und Vorhersehbarkeit… schließlich ist es auch irgendwie vorhersehbar den ganzen Tag kotzend zu verbringen, oder vollkommen überfordert Stundenlang einen Säugling durch die Wohnung zu tragen 😉 Vielleicht sollte ich besser formulieren, dass wir uns wünschen, wieder selbstbestimmt unser Leben gestalten zu können und nur das tun zu „müssen“, was wir uns selbst auferlegt haben. Ich freue mich nicht auf das nächste Jahr, dafür ist alles zu ungewiss, aber ich gehe mit einem positiven Gefühl hinein und glaube daran, dass alles gut werden kann.

In diesem Sinne beende ich nun den schon wieder viel zu lang gewordenen Blogeintrag! Morgen geht es schon zum ersten Follikelultraschall nach Würzburg und ich werde euch selbstverständlich auf dem Laufenden halten!
Ich wünsche euch allen ein wunderbares Jahr 2018! Haltet durch!

Liebe Grüße
Noelana

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