Werden Sie innerhalb der nächsten Jahre sterben?

Hallo ihr Lieben

gerade ist es ganz schön ruhig um den Blog. Das liegt daran, dass kaum etwas Kinderwunsch-Relevantes passiert bzw. passiert ist. Gestern gings dann nämlich doch ein bisschen weiter. Wir waren nämlich bei unserem Hausarzt, um uns bescheinigen zu lassen, dass wir aus ärztlicher Sicht in der Lage sind ein Pflegekind aufzunehmen. Und genau lief das so ab:

Seit ca. einem Monat arbeiten wir kontinuierlich aber entspannt die Liste der nötigen Unterlagen für die Pflegekindstelle ab. Diese benötigt unter Anderem eine „Medizinische Stellungnahme bezüglich der gesundheitlichen Eignung von Bewerbern ein Dauerpflegekind aufzunehmen“. Lustigerweise besteht das Gutachten aus drei Seiten, wovon jedoch die ersten Beiden beim Arzt verbleiben und lediglich die dritte an die Pflegekindstelle übermittelt wird. Auf dieser wichtigen dritten Seite sollen ausschließlich relevante Erkrankungen aufgeführt und keine Detailausführungen über unseren gesundheitlichen Gesamtzustand (dieser wird nur auf den ersten beiden Seiten abgefragt).

Da ich sowiso noch einmal vor Weihnachten zu meinem Hausarzt* wollte, um meine Blutergebnisse bezüglich meiner Schilddrüse zu besprechen, vereinbarten meine Frau* und ich gleich einen gemeinsamen Termin, um auch diese beiden Stellungnahmen fertigmachen zu können. Wir hatten damit gerechnet, dass es sich dabei um einen kurzen Termin handeln würde, da wir beide bereits seit vielen Jahren in der Praxis Patient*innen sind, diese somit bereits sämtliche Daten von uns hat und auch wusste, dass wir bis auf ein paar nicht nennenswerte Kleinigkeiten beide topfit sind. Tja… falsch gedacht.

Nachdem wir eine dreiviertel Stunde gewartet hatten, wurden wir endlich in das Doktor*zimmer geführt und da wussten wir schon, dass wir nicht von unserer Hausärztin*, sondern von einem anderen Arzt* der Gemeinschaftspraxis untersucht werden würden. Dieser kam dann auch schon rein und studierte die von uns mitgebrachten Formulare. Dann fragte er sehr sehr knapp nach unserer Kinderwunschvorgeschichte und begann mit meiner Untersuchung. Ich bin ein wirklich kerngesunder Mensch. Die einzigen beiden nennenswerten Punkte sind meine verminderte Hörfähigkeit auf der rechten Seite (wurde da auch bereits dreimal operiert) und mein schwaches Hashimoto. Der Arzt* wollte dennoch auf Nummer sichergehen und so durchsuchte er erst die gesamte Computerdokumentation zu mir, nahm Blutdruck, maß Puls, testete die Lungenfähigkeit, betastete meine Wirbelsäule, ließ mich die Hose ausziehen und gucke nach Krampfadern und noch vieles mehr. Grundsäztlich bewerte ich solche ausführlichen Untersuchungen ja positiv, zeigen sie doch, dass der Arzt* seinen Job gut machen möchte. Diese Situation war mir jedoch mehr als unangenehm. Der Arzt* sprach mehr als einmal unser beider Übergewicht an, reagierte aber überhaupt nicht darauf, dass sowohl das Hannibaellchen als auch ich im letzten Jahr sehr viel abgenommen haben. Er unterstellte mir eine Wirbelsäulenschiefstellung die nicht vorhanden ist und noch so einiges mehr, bis ich das Gefühl hatte die kränkeste und ungesündeste Person in der Stadt zu sein. Anschließend wurde ich noch zum Abgeben einer Urinprobe geschickt.

Meiner Frau* erging es nicht besser. Auch sie checkte er von oben bis unten durch. Sie musste sogar auf die Wage steigen, weil er das von ihr genannte Gewicht „nicht glaubte“. Meine Frau* ist etwas kränklicher als ich. Sie hat familiär bedingten hohen Blutdruck, Asthma und einige Allergien. Sie nimmt jedoch Medikamente und hat kaum Einschränkungen. Er klärte sie anschließend über all die schrecklichen Dinge auf, die durch diese Krankheiten eintreffen könnten und dass diese durchaus zu Pflegebedürftigkeit und/oder frühen Tod führen könnten. Er machte all diese negativen Punkte so deutlich, dass ich schon dachte, er könnte in der Stellungnahme tatsächlich Bedenken äußern. Auch das Hannibaellchen musste dann zum Urintest.

Nach über zwei Stunden (daovn eine dreiviertel Stunde in Behandlung) konnten wir endlich die Allgemeinarztpraxis verlassen, beide mit dem Vermerk „keine Bedenken“ in der Stellungnahme. Dennoch haben wir uns das vorher ein bisschen leichter vorgestellt. Wärend ich vor dem Termin dachte, das Ganze sei nur eine Lapalie, bin ich nun tatsächlich froh, den Wisch gut ausgefüllt hier liegen zu haben. So sind wir wieder einen Schritt näher an unserem Wunschkind! Unsere Lebensberichte sind fast fertig ausgefüllt. Meine Frau muss noch ihr erweitertes Führungszeugnis beantragen und dann haben wir alle Unterlagen zusammen und können sie im Januar abgeben. Zu dieser Zeit stecken wir dann auch mitten in unserer zweiten ICSI. Meine Mens müsste in ca. einer Woche kommen. Drückt uns die Daumen, dass trotz der Feiertage alles zeitlich gut passt!

Sooo, und dann wünsche ich euch allen noch ein wunderschönes Weihnachtsfest mit euren Liebsten und einen tollen Rutsch ins neue Jahr!

Liebe Grüße!!!

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3 Kommentare zu „Werden Sie innerhalb der nächsten Jahre sterben?

  1. Ich würd ja gern sagen „So ein komischer Arzt und so peinlich für euch!“. Andererseits gibt es heute viel zu viele Ärzte, die eben so eine Wischi-Waschi-Untersuchung machen, ihren Stempel druntersetzen und fertig. Sogar aufs Übergewicht sprechen erstaunlich wenige Ärzte an (ist mir sogar tatsächlich noch nicht ein einziges Mal passiert! Und ich habe ja wirklich eine auffällige Körperform und bin oft bei diversen Ärzten gewesen – andeutungsweise mal bei einem, der Blut nehmen wollte und meinte, mein Arm wäre ein bißchen fett, weshalb das Aderntreffen so schwierig wäre, aber das wars).

    Naja, ihr armen kranken Menschen 😉 Euch auch eine gute Zeit und dann ein erfolgreiches neues Jahr!

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  2. Hallo 😀
    Ich habe ja schon geschrieben, dass mich nicht das „was“ gestört hat, sondern eher das „wie“. Ich finde es auch gut, wenn ein Arzt* seinen Job ernst nimmt und mir ist schon klar, dass dazu auch gehört uns auf unser Übergewicht anzusprechen. Wenn man dann aber erzählt dass man bereits 30 bzw. 20 kg abgenommen hat, erwarte ich eben auch ein: „Sehr gut! Dann gehen Sie jetzt noch gemeinsam die letzten Kilos an und dann ist alles Tuti!“, oder so ähnlich. Da kam aber nichts in die Richtung. Kein einziges wohlwollendes Wort… Ähnlich war es eben auch bei allen anderen Themen. Die ganze Untersuchung war so negativ und auf das Positive, war es auch noch so deultich wurde nicht eingegangen… Das hat mich gestört!… Ich denke, du weißt schon, was ich meine…

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  3. Klar versteh ich 🙂 Das ist auch nicht sehr schön zu hören. Der Arzt hat wohl kein Händchen fürs Feingefühl. War mal bei einer Frauenärztin, wo ich mich auch nicht sonderlich gut aufgehoben gefühlt habe, aber was will man machen… jetzt habt ihr es wenigstens hinter euch. Und viel Respekt vor der Gewichtsabnahme von mindestens mir, aber mit Sicherheit auch vielen anderen sowieso! 🙂

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