Hallo ihr Lieben bienen-smilies-0007,

nach einer längeren Zeit des Untertauchens fühle ich mich nun wieder bereit, euch ein Update zu geben. Es hat sich etwas getan. Der Wunsch nach einem – unserem Hummelchen ist nach wie vor groß und deshalb gibt es einen Plan:

Das Negativ unserer ersten ICSI hat uns wirklich tief getroffen. Wir hatten beide nicht mit einer so geringen Eizellausbeute gerechnet. Die Klinik auch nicht. Schlussendlich konnten von den vier entnommenen, reifen Eizellen nur drei befruchtet werden und nur zwei entwickelten sich bis Tag drei weiter. Ich bekam beide zurück und keines wollte bleiben. Die Realität ist somit, dass wir weder schwanger, noch eine kryokonservierte Eizellreserve besitzen.

Wir bereits bei den ersten vier Versuchen wusste ich zehn Tage nach der Punktion (sonst zehn Tage nach dem Eisprung), dass es nicht geklappt hat. Ein paar Tage später teilte ich das Ergebnis der Klinik mit. Bei diesem Telefonat erfuhr ich dann auch, dass wir nun mindestens zwei Zyklen bis zur Durchführung der nächsten ICSI warten müssen, damit sich meine Gebärmutter vom letzten Eingriff erholen kann. Bis heute haben wir noch keine Rechnung, auch keine Teilrechnung des Uniklinikums bekommen und können daher die von uns zu entrichtenden Kosten überhaupt nicht einschätzen. Klar ist lediglich, dass die Notwendigkeit der ICSI (um die Befruchtungschancen bei meinen wenigen Eizellen zu erhöhen) noch einmal finanziell ordentlich zu Buche schlagen wird. Ob wir nun aber von 4000 € oder 7000 € sprechen – keine Ahnung. Ich hoffe tatsächlich auf einen eher niedrigen Betrag, da Unikliniken wohl grundsätzlich weniger verlangen als Privatkliniken… Klar ist auch, dass das Hannibaellchen und ich derzeit finanziell nicht allzuschlecht dastehen. Wir haben wieder zwei Einkommen, bekommen Weihnachtsgeld und weitere Zuwendungen.

Ich persönlich wusste schon sehr schnell, dass ich gerne noch einen zweiten ICSI-Versuch starten wollen würde. Der behandelnde Arzt* hatte schon angekündigt, dass bei einer eventuellen zweiten ICSI das Stimulationsprotokoll angepasst und die Kontrollen regelmäßiger gemacht werden könnten, wodurch eventuell eine größere Eizellausbeute erzeugt werden kann. Mit dem Hannibaellchen traute ich mich zu diesem Zeitpunkt aber nicht zu sprechen. Sie hatte schon die erste ICSI aufgrund der hohen Kosten eher kritisch betrachtet und ich hatte Angst vor ihrer Reaktion. Diese fiel dann jedoch ganz anders aus, als erwartet. Wir waren gerade mit dem Auto unterwegs, als das Thema: „Wie gehts weiter?“ erneut auf den Tisch kam. Auf meine konkrete Frage, meinte das Hannibaellchen dann, dass sie diese Entscheidung nicht treffen könne, da nur ich über meinen Körper und was damit geschieht bestimmen darf. Nachbohren meinerseits ergab dann schlussendlich, dass sie sich auch eine zweite ICSI wünscht, dies aber nicht zu deutlich aussprechen wollte, um meine Meinung nicht zu beeinflussen. Habe ich schon einmal gesagt, dass ich diese Frau* liebe? 😉 Nein, dann tu ichs jetzt! Ich liebe diese Frau*!!! Nun, an diesem Nachmittag war dann klar, dass es eine zweite ICSI geben wird.

Nun, ihr kennt mich ja inzwischen ein Weilchen und wisst, dass ich eher so der Macherinnen-Typ bin. Still dazusitzen und zwei Zyklen tatenlos abzuwarten, konnte ich mir sehr schlecht vorstellen. Darum informierte ich mich im Internet darüber, welche Möglichkeiten es für mich gibt aktiv den Ausgang der ICSI zu beeinflussen. Dabei stieß ich auf das so genannte „Pimp my eggs“. Dieses Verfahren wurde von einer Gleichgesinnten* entwickelt. Sie recherchierte hierfür vor allem im englischsprachigen Raum. Ziel ist es durch die Einnahme von Nahrungsmittelergänzungen die Eizellqualität und -quantität positiv zu beeinflussen. Sie selbst und viele weitere Frauen* konnten damit positive Ergebnisse erzielen. Konkret handelt es sich um die hier auf dem Bild zu sehenden Nahrungsmittelergänzer:

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Das sind Vitamin D, Zink, Selen, Omega 3, Folsäure und später kam noch Q10 hinzu, alles in bester Qualität (Das L-Thyroxin ist nur der Vollständigkeit halber mit auf dem Bild). Das heißt für mich derzeit Pillen schlucken – insgesamt acht Stück am Tag. Ich glaube nicht an Wunder und in wie weit Nahrungsmittelergänzungen tatsächlich positiven Einfluss nehmen können, kann ich wirklich nicht sagen. Es gibt Frauen* bei denen es hilft und Frauen* die überhaupt keinen Erfolg damit haben. Ich persönlich möchte einfach bei unserer zweiten ICSI das Gefühl haben, auch aktiv etwas getan zu haben. Dabei hält sich auch der finanzielle Aspekt des „Pimp my Eggs“ meiner Meinung nach im Rahmen. Die Tabletten reichen für ca. drei Monate und kosten gesamt an die 200 Euro bei Amazon. Ja, vielleicht ist das Geld herausgeworfen, wenn wir damit aber nur eine reife Eizelle oder eine Befruchtung mehr haben können, ist es mir das wert.

Nun heißt es also warten. Derzeit ist der behandelde Oberarzt* im Urlaub und so kann er das neue Medikamentenprotokoll noch nicht schreiben. Ich möchte dieses jedoch gerne frühzeitig in Auftrag geben. Eventuell ist ja bereits ein Beginn im Vorzyklus (Downregulierung oder Anti-Baby-Pillen-Einnahme, oder Ähnliches) von Vorteil und ich möchte mitnehmen, was geht. Am Montag werden wir hoffentlich mehr erfahren…

Tja, dieser Blogeintrag könnte hier wohl zu Ende sein. Ist er aber nicht… denn, das Hannibaellchen und ich waren noch einmal in Sachen Kinderwunsch aktiv.

Die Tatsache, dass wir überhaupt eine zweite ICSI in Erwägung ziehen ist für uns ziemlich verwirrend. Wir hatten eigentlich von Vorne herein gesagt, dass wir keine Unsummen für ein leibliches Kind ausgeben möchten, da dieses Geld an anderer Stelle für die Bedürfnisse eines Kindes sinnvoller eingesetzt werden könnte. Nun sind es doch Unsummen geworden und der Betrag wird noch einmal höher. Der Grund hierfür ist ziemlich simpel – Emotionen. Unser Kinderwunsch ist so groß, dass wir jeden Cent in die Behandlung stecken. Wir wollen ein Kind und zwar nicht erst in zwei Jahren.

Das Hannibaellchen und ich waren uns von Anfang an einig, dass wir auch Pflegekinder aufnehmen möchten. Unser Wunsch wäre gewesen (und ist es immernoch) erst ein leibliches Kind zu bekommen und anschließend die Geschwisterkinder in Vollzeitpflege zu bekommen. Grund für dieses Vorgehen ist vor allem die Angst vor der Überforderung. Ein leibliches Kind zu bekommen, heißt neun Monate „Vorlaufzeit“ zu haben und einen im Grundgesetz festgelegten Anspruch auf das Kind zu besitzen. Auch wenn uns klar ist, dass man nicht Planen kann, wie es dann wirklich mit Baby ist, gibt uns der Gedanke eines leiblichen Kindes Sicherheit. Genweitergabe oder Ähnliches spielt für uns hingegen keine Rolle, schließlich wäre das Hannibaellchen so oder so immer soziales Elternteil. Die Vorstellung nicht nur die erste Zeit mit Kind, sondern parallel dazu den Umgang mit den leiblichen Eltern und dem Jugendamt zu koordinieren und dabei in gewisser Weise kontrolliert zu werden bzw. sich für das eigene Verhalten rechtfertigen zu müssen, machte uns Angst.Dabei hatten wir beide aufgrund unseres Berufs (wir sind beide Sozialpädagoginnen) sehr genaue Vorstellungen, wie eine Vollzeitpflege abläuft, welche Rechte und Pflichten man hat, etc. Unklar waren uns lediglich einige konkrete Themen wie beispielsweise ob unsere nicht ganz gefestigte finanzielle Situation oder die größe unser Wohnung den Vorgaben entspricht.

Uns rückbesinnend auf den Wunsch, keine Unsummen in die Behandlung zu investieren, beschlossen wir recht spontan zu einer Informationsveranstaltung für Interessierte zum Thema Vollzeitpflege zu gehen, um die eben angesprochenen Fragen zu klären. Ich möchte an dieser Stelle nicht auf die allgemeinen Informationen eingehen, die wir bei diesem Vortrag erhielten. Da war nichts Neues für uns dabei. Wir konnten allerdings unsere Fragen klären. Wir wissen nun, dass für ein Pflegekind zwar ein eigenes Zimmer vorhanden sein sollte (kommt auf das Alter des Kindes an), die Größe von diesem jedoch keine Rolle spielt. Außerdem wissen wir, dass es Spielräume bei der Finanzsituation gibt und auch Umzüge mit Pflegekindern umsetzbar sind. Unsere konkreten Bedenken wurden damit vollständig zerstreut.

Das Hannibaellchen und ich hatten bereits vorher kurz überlegt, ob ein paralleles Vorgehen von Kinderwunschbehandlung und Bewerbung als Pflegeeltern möglich sein könnte. Der Prozess, um als potenzielle Pflegeeltern registriert zu werden, dauert eine Zeit und bedeutet nicht, dass man auch ein Pflegekind aufnehmen muss. Eine Registrierung ist lediglich die Bestätigung darüber, dass man zur Vollzeitpflege geeignet und berechtigt ist. Sie verfällt auch nicht, nur bestimmte Nachweise müssen regelmäßig erneuert werden. Wir entschieden uns dazu, ein konkreteres Informationsgespräch in Anspruch zu nehmen und konnten vor Ort einen Termin für nächsten Freitag vereinbaren.

Die Idee hinter diesem zweigleisigen Vorgehen ist dabei folgende:
Der Prozess der Registrierung mitsamt sämtlich zu besuchender Seminare dauert sicherlich bis in das Frühjahr 2018 hinein. Bis dahin haben wir die zweite ICSI hinter uns. Zu diesem Zeitpunkt bin ich entweder bereits schwanger, oder/und wir haben Kryoeizellen, oder aber die Kinderwunschbehandlung blieb negativ. Sollte auch die zweite ICSI keinen Erfolg bringen, können wir sofort an die Aufnahme eines Pflegekindes denken. Wir haben somit eine konkrete Alternative. Sollte ich bei der ICSI oder bei einem späteren Kryoversuch schwanger werden, erschiebt sich die Aufnahme eines Pflegekindes nach hinten. In beiden Fällen ist es sinnvoll  bereits registriert zu sein.

Das heißt für das Hannibaellchen und mich, dass wir konkret vorhaben nächstes Jahr Eltern zu werden, auf dem ein oder dem anderen Weg!…

Tja, und hier werdet ihr erfahren, wie es weitergeht 🙂
Ich arbeite jetzt mal weiter! Nächste Woche haben wir zum Glück Urlaub. Den können wir auch gebraucht!

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