Hallo ihr Lieben ,

und da ist es geschehen. Seit heute bin ich PUPO – Pregnant until proven otherwise. Jetzt gehts also wieder los mit dem Hibbeln und der Ungewissheit. Tja, ich hab mich drauf gefreut – nicht!

Vor allem, weil der Tag heute schon nicht so besonders gut anfing. Nachdem am Freitag die Eizellenpunktion war und nur 4 1/2 Eizellen (vier reife und eine unreife) entnommen werden konnten, überraschte es uns nicht besonders, als wir Samstag früh erfuhren, dass nur drei Eizellen befruchtet werden konnten. Das ist ziemlich genau der Durchschnitt von 75%. Grundsätzlich also ein gutes Ergebnis, wenn man 10 oder mehr Eizellen zur Verfügung gehabt hätte. So war uns mit diesem Anruf klar, dass es noch nicht einmal zwei Transfere mit je zwei Eizellen geben kann. Es stand dennoch weiterhin zur Debatte, ob der Transfer drei Tage oder fünf Tage nach der Punktion/der Befruchtung stattfinden sollten.

Wie ihr auf diesem Bild sehen könnt, befinden sich die Eizellen an Tag drei nach der Befruchtung im 8-Zellen-Status, während sie vier bis fünf Tage später schon Blastozyste heißt und aus hundert Zellen und mehr besteht. Der Sprung vom Zellhaufen zur ersten „geordneteren“ Formation ist ziemlich schwierig und einige Eizellen scheitern genau daran. Deshalb gilt das Einsetzen von Blastozysten bei einigen Expert*innen als sicherer, denn so konnte sich bereits im Labor die „Spreu vom Weizen“ trennen und die Einnistungswahrscheinlichkeit steigt. Viele Eizellen sterben also bereits, bevor sie Tag fünf erreichen ab. Die Blastozystenkultur hat jedoch auch Nachteile. Es besteht die weitläufige Meinung, dass Eizellen in der Gebärmutter bessere Bedingungen haben, als sie im Labor erzeugt werden können. Daher ist es theoretisch möglich, dass Eizellen, welche im Reagenzglas absterben im Körper überleben und zu einem Baby heranwachsen. Am Samstagmorgen waren noch drei befruchtete Eizellen im Rennen. Zwei hiervon sollten mir eingesetzt werden und um zu ermitteln, welche der drei die beiden „erfolgsversprechenderen“ sind, sollte die Kultur weiter beobachtet werden. Sollten sich bis zum Montag nur zwei Zellen weiterentwickeln, würde der Transfer direkt am selben Tag stattfinden. Die Gefahr eine weitere Zelle durch eine Blastozystenkultur im Labor zu verlieren, wäre dann zu groß gewesen.

Für das Hannibaellchen und mich hieß es also erneut warten. Ich versuchte mich so gut wie möglich abzulenken. Unser Badezimmer bekam einen neuen Anstrich (Mintgrün), es wurden zwei Regale und ein neuer Spiegelschrank gekauft, wir gingen Spazieren und buken Torte für meine neuen Arbeitskolleg*innen. Das Wochenende ging so tatsächlich schnell vorbei und so klingelte um 6:00 Uhr am Montag der Wecker. Das Hannibaellchen musste früher in ihr Büro als sonst und ich wollte mit ihr aus dem Haus und ebenfalls ein paar Dinge nacharbeiten, welche durch die ständigen Würzburgfahrten liegengeblieben waren. Tja, leider fand ich meinen Arbeitsschlüssel nicht (ich hatte sie in der Arbeit liegen gelassen) und da meine Kolleg*innen meist erst um 9:00 Uhr im Büro waren, blieb mir nichts anderes übrig, als zuhause zu bleiben und zu warten.

Um 8:00 Uhr rief ich im Labor unserer Kinderwunschklinik an und erfuhr, dass sich eine Eizelle leider nicht weiter geteilt hatte und der Transfer demnach heute stattfinden sollte. Ich vereinbarte einen Nachmittagstermin um 14:30 Uhr, wobei ich darauf hingewiesen wurde, dass ich auf keinen Fall später kommen dürfte und fuhr zur Arbeit. Um 12:30 Uhr brach ich in Richtung Bahnhof auf, nur um dort festzustellen, dass sämtliche Züge nach Würzburg gestrichen waren und erst in zwei Stunden mit der Behebung des Problems zu rechnen sei. Diese Info gab mir den Rest. Völlig fertig mit den Nerven fiel mir nichts anderes ein, als meine beste Freundin, die mich schon so viele Male nach Würzburg gefahren hatte, anzurufen. Diese ließ sofort alles stehen und liegen und wir brausten in einem Affenzahn über die total verstopfte Autobahn (unsere Geschwindigkeit variierte je nach Staudichte zwischen 60 – 160 km/h). Gerade noch rechtzeitig erreichten wir die Klinik und… ich musste erst einmal warten.

Als ich dann endlich zur Ärztin (die Nette 🙂 ) vorgelassen wurde, erfuhr ich eine schöne Neuigkeit. Auch die Dritte Eizelle hatte sich zwischenzeitlich geteilt. Das heißt, dass diese evtl. doch noch für eine Kryokonservierung und einen zweiten Versuch in Frage kommt. Genaueres erfahre ich Mittwoch. Außerdem wurde mir mitgeteilt, dass es sich bei beiden Eizellen, welche mir heute eingesetzt werden sollten um 8-Zeller handelte, was die durchschnittliche und zu erwartende Entwicklungsstufe darstellt. Außerdem werden Eizellen nach Qualitäten (A – D) eingeteilt. A steht hierbei für eine perfekte Eizelle und D für eine sehr deformierte mit mind. 50% Anormalien. Bei meinen Beiden handelte es sich um eine A-Qualität und eine B-Qualität, womit ich sehr zufrieden war.

Das eigentliche Einsetzen war kein größerer Akt. Mir wurde eine Klammer (wie ich sie bereits von den Kappeninseminationen kannte) eingeführt, durch diese wurde der Katheder geschoben und dort hindurch wanderten die beiden Pünktchen. Das Ganze durfte ich live auf dem Ultraschallgerät mitverfolgen und man hat es tatsächlich ein wenig gesehen.

Dieser kleine weiße Fleck ist eine der beiden Eizellen. Die zweite Befindet sich auf dem größeren weißen Fleck (das Ende des Katheders) und ist deshalb kaum zu sehen.

Ist es nicht krass ein Ultraschallbild von einem noch nicht einmal eingenisteteten Embryo zu sehen?

Ich muss sagen, dass es mir gerade verhältnismäßig gut geht 🙂 Ich kann gerade sehr positiv denken! Vor allem das Wissen, dass es noch ein kleines Kämpferchen gibt, welches evtl. für einen weiteren Versuch eingefroren werden kann, hat mir Hoffnung gegeben. Wir haben die besten Voraussetzungen für die beiden Eileich geschaffen, die heute ihren Weg zurück zu mir gefunden haben. Ob sie bleiben, wird die Zeit zeigen… Drückt uns die Daumen!

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