Hallo ihr Lieben

ich möchte euch hier ein kurzes Update zur allgemeinen Situation im Moment geben. Dabei gehts natürlich auch um das Hummelchen, aber nicht nur… Denn: Nur eine Sache ist ewig, nämlich dass nichts für die Ewigkeit ist.

Wie ihr ja wisst, haben das Hannibaellchen und ich gerade alle Hände voll zu tun. Bis vor drei Wochen haben wir noch jedes Wochenende die Wohnung meiner Schwiegereltern ausgeräumt. Diese Mammutaufgabe ist nun endlich geschafft, aber so richtig Ruhe kehrt hier trotzdem nicht ein. Mein Schwiegervater ist nun vorübergehend hier eingezogen und obwohl ich ihn als Menschen wirklich schätze, ist ein Zusammenleben auf so engem Raum nicht leicht. All die Themen, die jede*r kennt die/der schon einmal in einer WG gewohnt hat, halten uns ganz schön auf Trapp. Das fängt bei: „Wer macht was im Putzplan?“ an und hört bei „Mach die Musik nicht so laut, wir sind schließlich nicht alleine!“ auf. Das Hannibaellchen und ich leben nun schon einige Jahre nur noch zu Zweit und da fällt es (zumindest mir) noch ein bisschen schwerer wieder auf weitere Personen in der gemeinsamen Wohnung Rücksicht zu nehmen. Tatsächlich belastet es mich auch emotional ganz schön, dass mein Schwiegervater in dem Zimmer wohnt, welches von uns als Kinderzimmer geplant ist. Das führt mir sehr deutlich vor Augen, dass wir eben immernoch kein Kinderzimmer brauchen…,

womit wir beim zweiten Belastenden Thema wären. Ich hatte am Donnerstag den zweiten Termin bei meinem Radiologen*. Wie ich vermutet habe muss ich nun L-Thyroxin, das typische Medikament bei Schilddrüsenunterfunktionen, nehmen. Dabei soll ich meine Dosis langsam von 25 über 50 auf 75 erhöhen. Das bedeutet allerdings, dass frühestens in acht Wochen kontrolliert werden kann, ob sich mein TSH-Wert verbessert hat und wie der Zufall so will ist mein Arzt* in dieser Zeit im Urlaub. Mir blieb somit nichts anderes übrig, als einen Termin in zehn Wochen zu vereinbaren, wobei ich derzeit überlege, ob ich nicht einfach in acht Wochen in meiner Hausarztpraxis Blut abnehmen lasse, um so meinen Wert zu kontrollieren. Unsere Kinderwunschbehandlung scheint nur immer in noch weitere Ferne zu rücken. Hier mal ein Monat länger, da mal Zwei und das Ende vom Lied ist inzwischen, dass wir seit über einem halben Jahr aufs Weitermachen warten müssen. Das ist frustrierend… Das Hannibaellchen ist inzwischen so geknickt, dass es überhaupt nicht mehr an ein Weitermachen glaubt und schon fast der festen Überzeugnung ist, dass immer wieder etwas Neues dazwischen kommen wird. So frustriert bin ich selbst nicht, aber es zerrt trotzdem gewaltig an mir und sorgt nicht gerade dafür, dass ich mich besonders belastbar für…

meine Promotion fühle. Ja, die gibt es nämlich auch noch. Vor einiger Zeit wurde ich offiziell als Mitglied in einem Promotionsverbundkolleg, welches Hochschulabsolvent*innen (Hochschulen haben selbst kein Promotionsrecht) eine Promotion ermöglicht, aufgenommen. In diesem Kolleg ist es vorgesehen, dass die Betreuung der Promotion im Tandem zwischen eine*m Hochschul- und eine*m Uni-Dozent*in erfolgt. Meine Hochschulbetreuung übernimmt die Dozentin, welche auch bereits meine Bachelor- und meine Masterarbeit betreut hat. Das ist schon sehr lange klar. Komplizierter war es eine  Betreuung von Uni-Seite zu finden, denn ich habe nie an einer Uni studiert und kenne somit auch keine geeignete Person. Zum Glück war an der ehrenvollen Einführungsabendveranstaltung des Kollegs eine Professorin* anwesend, welche von Anfang an Feuer und Flamme für mein Thema war und sich als Betreuerin anbot. Nun steht also seit ca. einem Monat auch meine Uni-Betreuung fest und ich könnte mich nun endgültig als Doktorandin an der Universität einschreiben, wenn nicht gerade Semesterferien wären. Was ich allerdings jetzt endlich erledigen kann ist die Bewerbung auf einige Promotionsstipendien, deren Bewerungsfristen im August/September ablaufen. Solche Promotionsstipendiumsbewerbungen sind ganz schön aufwändig und umfassen gerne einmal 25 Seiten, die von mir verfasst werden müssen. An und für sich machen mir solche Arbeiten nichts aus, wenn ich dafür Zeit hätte,…

was ich hätte, wenn es in meinem Job nicht gerade total beschissen liefe. Theoretisch habe ich lediglich eine 30-Stunden-Woche. Da ich jedoch, als ich den Job vor fünf Monaten angetreten habe, noch keine Fälle zur Betreuung hatte, war ich gezwungen Minusstunden zu machen. Mir wurde von allen Seiten immer wieder versichert, dass das vollkommen normal sei und jede*r Neue sehr viele Minusstunden aufhäufe, welche sobald man genug Fälle habe, ganz schnell wieder abgearbeitet werden können. Nun, das stimmt auch. Doof nur, dass ich die Minusstuden zu einer Zeit machen musste, als ich noch nichts weiteres zu tun hatte (mein Schwiegervater wohnte noch nicht bei uns und ich wusste noch nicht, ob ich promovieren darf). Derzeit habe ich somit an die 70 Minusstunden, welche ich nach und nach wieder aufarbeiten soll und das gerade jetzt, wo ich mit der Arbeit sowieso kaum hinterher komme. Deshalb arbeite ich derzeit teilweise zehn Stunden am Tag. Da ist anschließend an Promotionsstipendiumsbewerbungen kaum noch zu denken. Der Job den ich derzeit mache, war nie mein Traumberuf und so bin ich auch nicht wirklich glücklich an meiner Arbeitsstelle.

Ich weiß nicht, ob ich mich nur anstelle, oder ob es anderen auch so ginge, aber ich habe diesem Druck nicht mehr ausgehalten. Meine Prioritäten sind ganz klar verteilt. An erster und wichtigster Stelle steht für mich meine Promotion. Unseren Kinderwunsch aufzuschieben hätte für das Hannibaellchen und mich keinen Sinn, denn das Belastende daran ist ja das „nicht tun“. Auf die Situation mit meinem Schwiegervater habe ich keinen Einfluss und so ist der einzige Hebel, an welchem ich drehen kann und möchte meine Arbeitsstelle. Ich habe bereits in den letzten Wochen bemerkt wie überarbeitet und unglücklich ich bin. Ich konnte nicht mehr einschlafen und wenn ich es dann doch geschafft habe, bin ich nachts zitternd aufgewacht, oder ich schaffte es erst Sonntagmittag nicht mehr an die Arbeit zu denken. Ich wurde unausstehlich, reizbar und extrem unglücklich. Und so zog ich letzten Donnerstag meine persönliche Reißleine und habe gekündigt. Das heißt nun einerseits, dass ich nur noch bis Ende des Monats durchhalten muss und mich dann endlich wieder vollständig auf meine Promotion konzentrieren kann, aber andererseits auch, dass mein gedamtes Gehalt wegfällt. Das Hannibaellchen und ich haben diesen Monat unsere letzten Schulden beglichen. Meine zukünftigen Gehälter hätten unsere Kinderwunschbehandlung finanzieren sollen, wärend Hannibaellchens Lohn für den Lebensunterhalt gereicht hätte. Tja, hätte hätte… nun siehts anders aus. Ich werde mich natürlich um eine neue Arbeitsstelle bemühen, eine mit festen Arbeitszeiten und höchstens 20 Stunden in der Woche, aber ob und wann ich eine solche finde steht in den Sternen. Durch die Schilddrüsensache verzögert sich der Kinderwunsch nun gezwungenermaßen und wir haben so zumindest einen Monat mehr Zeit ein bisschen Geld auf die Seite zu legen, wie wir den Rest begleichen wollen, wissen wir noch nicht. Dennoch war meine Kündigung die richtige Entscheidung. Ich fühle mich so befreit und freue mich jetzt schon darauf, mich endlich wieder in meine Bücher und Texte stürzen zu können. Ich bin und war eben schon immer eher eine Theoretikerin.

So, und euch wünsche ich einen schönen entspannten Sonntag!
Ich melde mich bald wieder bei euch!

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