Das Ding mit dem komischen Namen

Hallo ihr Lieben ,

heute gibt`s wieder ein Kinderwunsch-Update, denn ich komme gerade vom Arzt. Wie ich ja bereits im letzten Post angedeutet habe, waren meine Schilddrüsenwerte nicht optimal. Nun, das hat sich nun noch weiter zugespritzt…

Wenige Tage nach meinem Termin im Klinikum Würzburg bekam ich einen Anruf mit zwei eher schlechten Nachrichten, denn mein Chlamydienblutwert sei auffällig gewesen und mein TSH-Wert (Schilddrüse) sei inzwischen nicht mehr zu niedrig wie noch vor einem halben Jahr, sondern inzwischen viel zu hoch. Ich sollte beides vor Ort bei Fachärzt*innen abklären lassen und mich dann wieder bei der Klinik melden.

Gleich am nächsten Tag brachte ich eine Urinprobe zu meinem Frauenarzt* und vereinbarte einen Termin bei einer Praxis für Radiologie und Nuklearmedizin. Hier hatte ich großes Glück, denn eigentlich wären erst Ende September wieder freie Termine zur Verfügung gewesen, da jedoch spontan für Samstag, den 29.07.2017 eine außerplanmäßige Sprechstunde vereinbart wurde, konnte ich kurzfristig schon zu diesem Datum einen Termin bekommen. Von meiner Frauenarztpraxis erhielt ich schon wenige Tage später die Entwarnung. Die Urinprobe war, wie auch der PAP-Befund, unauffällig. Also keine Chlamydien – sehr gut, hätte mich tatsächlich auch gewundert, schließlich ist mein Sexualleben nun nicht sooo ausufernd und sich im Schwimmbad anzustecken ist dann doch eher unwahrscheinlich. Nun gut, eine Sache erledigt, eine blieb aber noch…

Gerade komme ich von meinem Termin in der Nuklearmedizinpraxis. Im Vorfeld habe ich dieser meine Befunde aus Würzburg zuschicken lassen. Nach kurzer Ultraschalluntersuchung meiner Schilddrüse bestätigte der Arzt* meine Befürchtungen. Ich leide an Hashimoto-Thyreoiditis, einer Autoimmunkrankheit die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Das lässt sich in meinem Fall so sicher bestätigen, da es im Krankheitsverlauf von Hashimoto typisch ist, dass auf eine kurze Phase einer Schilddrüsenüberfunktion (bei mir TSH bei 0,02) eine Schilddrüsenunterfunktion (bei mir TSH von 6) folgt. Somit hast sich die Krankheit bei mir tatsächlich erst im letzten halben Jahr entwickelt und steht nun einer erfolgreichen Kinderwunschbehandlung im Weg. Hashimoto kann schon fast als Volkskrankheit bezeichnet werden, denn sehr viele Menschen (überdurchschnittlich viele Frauen*) sind davon betroffen. Viele wissen vermutlich ganricht um ihre Betroffenheit, denn die Auswirkungen der Krankheit sind sehr vielfälltig und nicht eindeutig (zb. Zunehmen, Nervosität, Reizbarkeit, Heißhunger, Schlafstörungen, etc.). Ohne es wirklich zu wissen, würde ich behaupten, dass viele Menschen an Hashimoto leiden, es jedoch nicht wissen und nicht behandeln, da sie die Anzeichen nicht mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse in Verbindung bekommen. Andererseits habe ich jedoch auch das Gefühl, dass viele Menschen die wissen, dass sie an Hashimoto leiden, ihrer Erkrankung sehr viel Raum geben und ihr gesamtes Leben daran ausrichten. Ich persönlich spüre (noch) keinerlei Auswirkungen der Krankheit, außer dass mein TSH-Wert eben für eine Schwangerschaft derzeit zu hoch ist.

Heute wurde mir erneut Blut abgenommen (und es war natürlich wieder ein Drama). Aufgrund der dort bestimmten Werte (TSH und weitere), sollen am Donnerstag meine Medikamente ausgewählt werden und dann heißt es für mich täglich Tabletten nehmen. Ich hoffe, dass es nicht allzulange benötigt, bis mein Wert einer Schwangerschaft nicht mehr im Weg steht und wir endlich weiter am Hummelchen arbeiten können. So zögert sich unsere ganze Planung noch weiter hinaus. Natürlich sind wir ungeduldig, aber da müssen wir durch. Genervt sind wir lediglich davon, dass ja bereits mein Wert von vor einem halben Jahr auf Hashimoto hindeutete, mir dies jedoch damals nicht gesagt wurde und ich so nicht die Möglichkeit hatte, mich bereits vor einem Halben Jahr auf Medikamente einstellen zu lassen. Gut, jetzt ist es so und wir müssen damit arbeiten…

Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden!

Liebe Grüße
Eure Noelana

 

Advertisements

5 Kommentare zu „Das Ding mit dem komischen Namen

  1. Oh, Mist dass es nicht früher erkannt wurde! Es gibt tatsächlich die Vermutung, dass ein großer Anteil der diagnostizierten Schilddrüsen-Unterfunktionen auf Hashimoto zurückzuführen ist. Dann drücke ich die Daumen, dass es mit der Einstellung schnell klappt. Normalerweise macht man so nach 4-6 Wochen die ersten Vergleichswerte. (Bei mir stand die Diagnose auch mal länger im Raum, hat sich aber letztlich nicht bestätigt…hab wohl nur eine Feldwaldwiesenufu ;-)).

    Ich denke, wieviel Raum man dem gibt hängt vielleicht auch davon ab wie stark und wie einschränkend die Symptome sind – ich habe sowohl Freund*innen bei denen das gar keine Symptome außer der Unterfunktion macht und welche, bei denen es sehr einschränkend ist und die aber einen sehr langen Leidensweg hinter sich hatten, bis es überhaupt diagnostiziert wurde. Super dass es bei dir relativ unauffällig ist!
    Liebe Grüße 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. Ich habe auch Hashimoto, aber bis auf die morgendlichen Tabletten, hat das keine Auswirkungen auf mein Leben. Wie lange es dauert, bis sich die Werte normalisiert haben, weiß ich nicht genau. Ich wurde am Anfang nur als Unterfunktion diagnostiziert und bekam die Tabletten. Die Kontrollen zwischendurch habe ich ziemlich schleifen lassen, bin nur ca. 1x im Jahr zum Arzt und zu schauen, ob dir Stärke der Tabletten so passt.
    Hashimoto wurde dann erst im November zusammen mit dem Diabetes diagnostiziert, aber da waren die Werte dann schon zufriedenstellend eingestellt.
    Euch alles Gute! Ich drücke die Daumen, dass die Werte schnell passen und es weiter gehen kann mit dem Hummelchen!

    Gefällt 1 Person

  3. Beeinträchtigt die Krankheit eigentlich die Fruchtbarkeit oder gefährdet die Schwangerschaft? Ich denke nur, wenn so viele Frauen* daran leiden, auch teilweise ohne es zu wissen, dann kann es doch keine Auswirkungen auf euren Kinderwunsch haben? Alles gute weiterhin auf jeden Fall!!! L

    Gefällt mir

  4. Hallo ihr Lieben!
    Ich freu mich immer so sehr über jeden einzelnen Kommentar! Werde heute noch einen Blogeintrag dazu schreiben, warum ich in letzter Zeit evtl. ein wenig abwesender wirke, als früher!
    Zu deiner Frage mexikanischgeplant: Der Schilddrüsenwert hat erhebliche Auswirkungen auf eine Schwangerschaft. Möchte man schwanger werden und dieser werd ist nicht perfekt (also nicht bei 1), so ist es fast unmöglich. Ist man dann denoch schwanger geworden und die Unterfunktion wird nicht mit Medikamenten behandelt, dann ist die Wahrscheinlichkeit eines Aborts sehr groß. Viele Frauen*, die monatelang probieren schwanger zu werden, es aber nicht klappt und dann zum Arzt gehen, erfahren durch das Blutbild von ihrem schlechten Wert und werden dann zum Einstellen geschickt. Ist eine Frau schwanger gehört die Überprüfung des TSH-Werts sowieso zum Standardprozedere. Sehr viele Frauen* bemerken ihre Schilddrüsenprobleme also erst durch das Schwanger-werden-wollen und gehen dann in Behandlung.
    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen!

    liebe Grüße
    Noelana

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s