Hallo ihr Lieben ,

zur Zeit wird es ja doch eher ruhig um den Blog. Es gibt nicht besonders viel zu erzählen. Es passiert ja nichts… Also zumindest nichts in Richtung Hummelchen. Heute ist aber ein besonderer Tag und weil dieser zumindest irgendwie mit unserem Kinderwunsch zu tun hat, möchte ich euch daran teilhaben lassen. Woran? – An unserem zweiten Hochzeitsjahrestag:

So sieht es nämlich aus. Das Hannibaellchen und ich sind inzwischen seit zwei Jahren verpartnert. Lustigerweise werde ich tatsächlich relativ oft gefragt, ob gleichgeschlechtliche Paare überhaupt heiraten dürfen. Nein, dürfen wir tatsächlich nicht. Seit 2001 dürfen Männer- und Frauenpaare eine „eingetragene Lebenspartnerschaft“ eingehen, was ungefähr mit einer Ehe-light zu vergleichen ist. Man hat zwar die selben Pflichten, wie als verheiratetes Paar (also füreinander einstehen, usw.), aber die Rechte wurden dabei irgendwie vergessen. Gut, seit 2001 hat sich auch da einiges getan. Dennoch besteht nach wie vor keine vollständige Gleichstellung, was vor allem beim Thema Kinder deutlich bemerkbar wird. Darüber hatte ich aber an anderer Stelle schon geschrieben und das soll nicht Teil dieses Beitrags werden. Viel mehr möchte ich euch hier erzählen, wo wir unseren Tag der Tage gefeiert haben, wer anwesend war und was so alles stattgefunden hat… Also wo fängt man einen Blogeintrag über die eigene Hochzeit an? Am Besten zwei Jahre früher, denn da war unsere Verlobung… Oder halt, beginnen wir doch gleich am Anfang unserer Beziehung. Warum auch nicht 😀

Das Hannibaellchen wollte eigentlich nie heiraten. Ihre Einstellung zu Ehe und Hochzeit war immer: „Brauch ich nicht. Man kann auch ohne glücklich zusammenleben!“ und da gebe ich ihr natürlich auch voll und ganz Recht. Dennoch gehen mit einer Eheschließung bzw. in unserem Fall einer Verpartnerung einige Themen einher. Vieles könnte man auch anderweitig durch das Aufsetzen eines Testaments, einer Patient*innenvollmacht, oder Ähnlichem regeln, aber wer macht das schon UND aktualisiert es regelmäßig? Außerdem werden heterosexuelle Paare auch ohne Trauschein als Zugehörig angesehen und behandelt, ohne selbt eine solche Erfahrung gemacht zu haben, könnte ich mir jedoch vorstellen, dass dies bei homosexuellen Personen anders ist. Naja, lange Rede kurzer Sinn. Gegenseitiges absichern und für einander da sein ist mit Lebenspartnerschaftseintragung doch irgendwie leichter. Ganz zu Schweigen davon, dass man als Frauenpaar verpartnert sein muss, wenn man gemeinsame Kinder haben möchte. Vor vier Jahren (als wir angefangen haben über eine Hochzeit nachzudenken) war das allerdings noch kein Thema.

Für mich war immer klar, dass ich irgendwann heiraten möchte. Früher war das natürlich nicht mehr als die naive Vorstellung einer jungen Frau, welche aufgrund ihrer stark katholischen Sozialisation das ganze Thema überhaupt nicht in Frage stellte. Als ich dann mit gerade einmal 18 Jahren mit dem Hannibaellchen eine Beziehung einging, wurde ich zum ersten Mal damit konfrontiert, dass es Menschen gibt, in deren Lebensentwurf eine Hochzeit nicht vorkommt. Zum ersten Mal erfuhr ich, dass eine Beziehung auch ohne krankhafte Eifersucht funktioniert und so lernten wir innerhalb der ersten beiden Jahre gegenseitig sehr viel voneinander. Ich lernte von ihr selbstständig für mich einzutreten und mich nicht ausschließlich aufgrund der Beziehung die ich führe zu definieren und sie lernte von mir, dass es gut ist sich anderen Personen zu öffnen und es im Leben auch möglich ist aktiv (positive) Veränderungen herbeizuführen und nicht nur auf das reagieren muss, was die Welt einem (Negatives) bietet. So gewannen wir beide an Sicherheit und Vertrauen. Das Hannibaellchen blieb jedoch trotz unserer wirklich schönen Partnerschaft bei ihrer Aussage, sie wolle nicht heiraten. Irgendwann akzeptierte ich ihre Meinung, denn (und das hätte ich mir früher nicht vorstellen können), ich glaube ihr, dass wir beide auch ohne Trauschein glücklich gemeinsam alt werden. So war das Thema erstmal vom Tisch. Und dann… ja dann kam die GEZ. 😛 Der Rundfunktbeitrag für unsere Wohnung wurde fällig und das Hannibaellchen schickte den ausgefüllten Befreiuungsbogen aufgrund Bafög-Leistungen ab. Kurze Zeit später erhielten wir jedoch den Hinweis, dass zwar sie von der GEZ befreit sei, ich jedoch nicht da wir (und jetzt wirds wichtig) nicht verpartnert seien und daher ihre Befreiung nur für sie selbst gelte. Ich, Noelana, müsse die GEZ in voller Höhe bezahlen. Ich weiß noch genau, dass wir damals in unserem Schlafzimmer standen, als sie den Brief öffnete und laß. Wir hatten es eilig, mussten gleich los… Da drehte sie sich zu mir um und meinte: „Gut, dann heiraten wir eben!“ Erst lachte ich und dachte, sie macht einen Scherz. Sie blieb aber dabei und als mir klar wurde, dass sie es Ernst meint, fing ich an zu weinen. 1000 Mal hatte mein gerade noch 19-jähriges Ich sich vorgestellt, wie ein solcher Antrag aussehen könnte und dann sowas. Ich war zutiefst enttäuscht. Nun im Nachhinein kann ich natürlich darüber lachen, aber damals war dieser „Antrag“ für mich untragbar. Nun, zu unserem Termin kamen wir damals zu spät, aber von da an war klar, wir werden irgendwann heiraten. Wir waren damals beide noch Stundentinnen und somit nicht viel Geld und ich hatte sehr genaue Vorstellungen von meiner Hochzeit. Einfach nur auf dem Standesamt unterschreiben (wie das Hannibaellchen es gern gemacht hätte) war für mich nicht drin.So beschlossen wir ab sofort für unsere Hochzeit zu sparen. Wir legten ein Zweikonto an und auf dieses wurden Monatlich 100 – 200 Euro eingezahlt. Parallel hierzu fing ich an mich mit dem Thema Hochzeit zu beschäftigen. Ich recherchierte Preise und mögliche Feierorte, Rechtliches und Dekoideen. Eben alles, was so dazu gehört. Das Hannibaellchen und ich waren schon immer gut im sparen und wir hatten nicht vor für unsere Hochzeit 10.000 Euro auszugeben, auch wenn das die Summe war, über welche wir immer wieder stolperten. Schon früh begann ich bei Ebay Dekoartikel zu ersteigern und mich nach Kleidern umzusehen. Der größte Posten, und das war uns natürlich klar, war die Location. Erste Entwürfe einer Gästeliste zeigten, dass wir etwa mit 40 – 50 Personen feiern wollten. Hier in der Gegend gibt es natürlich viele Orte, an welchen eine relativ kleine Gestellschaft wie unsere feiern kann, aber die Preise waren teilweise wirklich krass. Wir gucken uns beispielsweise einen umgebauten Bauernhof mit großer Außenfläche an, welcher uns sehr gut gefallen hätte. Dort hätte es aber nicht einmal eine Pauschale für das Geschirrspülen gegeben, sondern wir hätten für jedes Teil benutzten Bestecks 20 Cent bezahlen müssen. Das klingt jetzt erst einmal nicht viel, aber das läppert sich gewaltig. Schlussendlich wären wir dort auf 6000 Euro allein für die Miete von Saal, Garten, Geschirr, Stühle/Tische, etc. gekommen – ohne Deko und Essen. Ein weiteres Problem stellte die Zeremonie als solche dar. Klar ist, dass eine Lebenspartnerschaft im Standesamt geschlossen wird. Wer aber schon einmal bei einer Standesamtlichen Hochzeit dabei war, oder selbst eine hatte, weiß was für ein kurzer, bürokratischer Akt das ist. Das Hannibaellchen und ich wollte mehr als das. Unsere Location sollte somit auch den Platz für eine Zeremonie, in welchem Rahmen auch immer, bieten. Wir überlegten lange, wie sich dies am Besten verbinden lässt. In unserer Stadt ist es überhaupt nicht möglich die Standesamtssäle auch nur 10 Min. länger zu belegen als vorgesehen. Dort ist man eines von vielen Paaren und während man selbst getraut wird, wartet schon das nächste vor der Tür. Wir hätten somit zuerst den standesamtlichen Teil durchführen lassen müssen, dann zu unserer Location fahren und dort eine Zeremonie feiern müssen. Da uns das schon im Vorfeld zu stressig war, überlegten wir schon, ob wir das Standesamt evtl. schon einen Tag zuvor erledigen würden, aber auch das fühlte sich doof für uns an. Durch Zufall erfuhr ich von meiner damaligen Praktikumsanleiterin, dass es in der Nähe unerer Stadt eine kleine Burg gäbe, welche ein Standesamtszimmer hätte und die man für Hochzeiten vollständig mieten kann. Schon als das Hannibaellchen und ich die Internetseite gemeinsam anschauten, waren wir beide verliebt:

Die Burg besitzt einen Saal, groß genug für bis zu 80 Personen, einen großen Innenhof, eine kleine Kneipe und viel Grün außenherum. Es werden jeweils an Samstagen und Sonntagen Hochzeiten angenommen, wobei immer nur eine Feier pro Tag stattfinden darf. Auf der Homepage fanden sich ein paar beispielhafte Preiskalkulationen und diese schienen uns sehr angemessen, um nicht zu sagen wahnsinnig günstig, zu sein. Wir vereinbarten also einen Termin für eine Besichtigung und hatten beide angst, dass wir irgendwelche verstecken Kosten noch nicht gesehen hatten. Dem war aber nicht so. Wir fuhren hin und waren begeistert. Es war alles so schön, so niedlich und heimelig. Man darf so gut wie alle Bereiche der Burg benutzen, ohne zusätzliche Kosten. Das Probeessen war sehr gut und im Budget und es war sogar die Buchung einer Getränkepauschale möglich. Unser Wunschtermin war noch frei, wir schlugen zu und waren überglücklich. Das war im Herbst 2013.

Kurze Zeit später schenkte das Hannibaellchen mir einen Theaterbesuch. In einem Kindertheater hier in der Stadt spielte „Krabat“. Krabat ist eine alte deutsche Legende über einen Jungen, welcher in einer Mühle zum Zauberer ausgebildet wird und schlussendlich die bösen Machenschaften seines Leheres, dem Meister der Mühle, beendet. Wir mögen die Legende, und das dazugehörige Buch von Otfried Preußler beide sehr gerne und haben vor ettlichen Jahren unseren ersten gemeinsamen Urlaub auch in Schwarzkolm, dem Dorf in welchem die Legende spielt, verbracht. Sie lud mich also zum gleichnamigen Theaterstück. Ich freute mich unheimlich und dachte mir auch nichts dabei. Nach der Vorführung, die wirklich sehr sehr schön war, nahm sie mich jedoch zur Seite, fragte mich ob ich ihre Frau werden möchte und schenkte mir einen Ring in Form einer Feder. Auch bei diesem Antrag musste ich weinen, dieses Mal allerdings vor Freude…

Das nächste größere Hochzeitsthema war unsere Kleidung. Dem Hannibaellchen war schon immer klar, dass es einen Anzug tragen möchte. Sie hat ihr letztes Kleid mit acht Jahren getragen und das sollte auch so bleiben. Alles Andere hätte auch ich seltsam gefunden. Für mich wiederum war schon immer klar, dass ich an meiner Hochzeit ein Kleid tragen möchte und zwar ein Weißes. Dieses kaufte ich gebraucht und ich würde es immer wieder tun. Ich habe selten einen solchen Preisverfall erlebt, wie bei Brautkleidern. Man kauft sie für 800 Euro oder mehr ein und wenn man sie dann wieder verkaufen möchte, bekommt man noch ein Zehntel dafür. Wohlgemerkt, für ein Kleid, das man nur einmal getragen hat. Ich ersteigerte mein Traumkleid für insgesamt 130 Euro und ließ es anschließend bei einer Schneiderin für 150 Euro anpassen. Insgesamt zahlte ich somit unter 300 Euro für ein perfekt passendes Kleid, welches vor gar nicht allzu langer Zeit einmal 1000 Euro gekostet hatte. Das Hannibaellchen kaufte ihren Anzug neu, denn einen solchen kann man immer einmal gebrauchen und außerdem kostet auch ein guter Anzug weniger als ein schlechtes Brautkleid.

Genau ein Jahr vor unserer Hochzeit, Termin etc. stand inzwischen fest, verschickten wir „Save-the-Date-Karten“ an alle Gäste. So haben auch weit entfernt Wohnende eine Möglichkeit die Zeit zu planen und Urlaube, etc. auf andere Daten zu legen.

Wir wollten eine sehr individuelle Feier, welche genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist und in der wir uns auch wiederfinden. Deshalb beschlossen wir ein „Maskottchen“ für unsere Feier zu nutzen, welche auf allen Karten, etc. zu sehen sein sollte. Dabei handelt es sich um die kleine Fee die ihr oben in der Ecke seht. Wer die „The legend of Zelda“ Nintendo-Reihe kennt wird in ihr die Fee Navi erkennen, welche uns mit ihrem fröhlichen „Hey Listen!“  das gesamte Spiel über nervt. Außerdem einigten wir uns auf die Farben Bordeauxrot, creme und grau. Das ist natürlich nicht die einfallsreichste Farbgestaltung, aber die meiste gebraucht zu bekommende Deko hat eben diese Farben. Mit diesen Karten wusste nun jeder, dass und auch wann wir heiraten würden.

Ab diesem Zeitpunkt verfolg die Zeit viel zu schnell. Bei uns Zuhause stapelten sich die Dekoberge (einer davon ist auch heute noch vorhanden). Wir bastelten, bereiteten vor, machten Pläne, suchten passende Lieder, etc. etc. etc. Außerdem meldeten wir unsere Verpartnerung sowohl in unserer Stadt, als auch in dem zuständigen Standesamt an und lernten dabei auch den Standesbeamten kennen, welcher uns trauen würde. Der Kerl, selbst erst mitte Dreißig, freute sich riesig endlich ein gleichgeschlechtliches Paar trauen zu dürfen. Da gab es bis jetzt noch keines in seiner Stadt, obwohl er nach eigenen Erzählungen seine Nachbarinnen mehr als einmal gedrängt hatte. Außerdem eröffnete er uns, dass man ja zumindest einen Teil der Standesamtlichen Trauung auch draußen durchführen könnte, wo ja auch die Zeremonie stattfinden sollte. Die Unterschrift müsse man natürlich drinnen im Standesamtszimmer geben, aber es sei ihm auch schon passiert, dass er vergessen habe dafür reinzugehen. Damit war es beschlossene Sache, dass unsere Trauung vollständig draußen stattfinden und die Standesamtliche und die Freie Zeremonie ineinander übergehen würden. Die freie Zeremonie sollte von einem Freund von uns geleitet werden. Dieser hatte vor langer Zeit einmal ein Theologiestudium gemacht und anschließend als Religionslehrer gearbeitet. Damals lernte ich ihn kennen, als er meine Klasse unterrichtete. Inzwischen hat er sich vom Christentum losgesagt und hat gerade eine Lehre zum Elektriker abgeschlossen… So spielt das Leben 😉 . Er erklärte sich sofort bereit das für uns zu übernehmen und würde auch sein E-Klavier mitbringen für die musikalische Untermahlung. An Weihnachten 2014 verteilten wir die entgültigen Einladungskarten:

Diese gestalten wir auch komplett selbst und ließen sie nur in einem nahen Copy-Shop ausdrucken. So zahlten wir pro Einladung ca. einen Euro für das Material und den Druck.

 

 

Ein weiteres Highlight auf dem Weg zur Hochzeit war das Schmieden unserer Ringe. Wir hatten von Anfang an geplant diese selbst zu gestalten und wussten auch, dass es in unserer Stadt eine Schmiede gibt. Zufälligerweise erfuhren wir von einer Freundin jedoch von einer etwas außerhalb lebenden Goldschmiedemeisterin, die ebenfalls solche Kurse anbietet. Dort ist man im Gegensatz zu der Schmiede in der Stadt alleine mit der Meisterin und auch der Kurs war günstiger.

Wir wollten keine Ringe aus Gold, da wir das Material nicht mögen. So schmiedeten wir zwei Silberringe, was uns natürlich auch preislich sehr entgegen kam. Im Endeffekt zahlten wir für das Material, den Kurs und die Gavur ca. 250 Euro.

 

Besonders die Gravuier spielte für uns eine sehr wichtige Rolle. Wie ich ja schon einge Male geschrieben hatte, wollten wir eine sehr individuelle Zeremonie und auch unsere Ringe sollten zu uns passen. Aus diesem Grund ließen wir sie außen Gravieren und zwar mit einer Liedzeile aus einer Vertonung von „Krabat“ von einer unserer Lieblingsbands.

Auf unseren Ringen steht nun „Mein Herz erkennt dich immer“, wobei es damit noch nicht getan ist, denn dieser Schriftzug ist nicht für jeden lesbar. Er ist in einer Art Geheimsprache, angelehnt an das Elbisch aus Mittelerde (Herr der Ringe), welche das Hannibaellchen und ich gemeinsam benutzen.

Natürlich könnte ich auch noch viel viel viel mehr von der Vorbereitungsphase unserer Hochzeit erzählen. Ich könnte euch Bilder von der Deko zeigen, meine Hochzeitsschuhe, oder die To-Do- und Gästelisten, etc., aber ich denke, ihr habt schon jetzt einen sehr guten Einblick in die ausführliche und lange Organisation unserer Hochzeit erhalten. Darum wollen wir nun langsam zum wesentlichen kommen. Der Blogeintrag ist ja nicht jetzt schon viel zu lang 😉

Am Tag vor unserer Hochzeit kamen meine Eltern zu Besuch und blieben auch über Nacht (sie wohnen drei Stunden von uns entfernt). An diesem Tag fuhren wir bereits einmal zur Burg und lieferten dort sämtliche Dekoelemente ab. Außerdem duften wir den Saal schon dekorieren. So sah das Ganze dann in Vollendung aus:

Außerdem erhielt jeder Gast von uns als Gastgeschenk ein kleines Gläßchen mit Marmelade (Kirsch-weiße Schokolade). Diese Gläßchen galten gleichzeitig als Platzkarte.

Wieder zuhause angekommen vollendeten wir gemeinsam die Hochzeitstorte. Diese wollte meine Mutter selbst backen, nur die Fondantdeko konnte sie nicht schon vor der langen Autofahrt vorbereiten. Wir saßen an diesem Abend noch bis spät in die Nacht am Esstisch und formten Blumen aus Zuckermaße… Ganz oben auf kam ein von mir selbst aus Fimo (eine Art Knetmaße, die im Ofen fest wird) geformtes Brautpaar.

Die Figuren sind erneut an das Spiel Zelda angelehnt und sehen ein wenig aus wie die beiden Hauptfiguren Link und Zelda (natürlich wieder in weiß, grau, rot). Wer das Spiel kennt, hat bestimmt den spezifischen Sound zum Öffnen einer Truhe im Ohr („DaDaDaDaaaaaaa“). Dabei hält Link den in der Truhe befindlichen Gegenstand mit beiden Händen über sich. Daran angelehnt halten diese beiden Figuren ihre Ringe über ihre Köpfe. Der unterste und größte Kuchen war mit einer Himbeer-Quark-Creme gefüllt, der mittlere war ein Nusskuchen mit Nussbuttercreme und ganz oben befand sich ein kleiner Schokokuchen mit Schokomousefüllung. Alle drei waren unheimlich lecker und für jeden Geschmack etwas dabei.

Totmüde und viel zu spät ging es dann irgendwann ins Bett. Am nächsten Morgen fuhren wir nämlich bereits gegen sieben Uhr zur Burg (welche ca. eine Stunde von unserer Stadt entfernt ist). Die Gäste sollten um 12:30 Uhr eintreffen und vorher musste noch viel erledigt und organisiert werden.

Wir bauten die Tische und Bänke im Burghof für die Zeremonie auf. Es war an diesem Tag recht windig, was die ganze Angelegenheit erschwerte. Das Ergebnis lässt sich aber doch sehen, finde ich. Dazu kam noch ein Rosenbogen und ein paar Blümchen am Wegesrand.

 

Dann ging es für meine Mutter und mich auch schon ins Hotel, denn die Braut braucht wohlweislich am Längsten um sich fertig zu machen. Meine Mutter ist Frisörin. Auch da konnte ich mir also Geld sparen. Obwohl wir früh genug begonnen hatten, war am Ende die Zeit knapp und mein Hannibaellchen musste bis zum Schluss den Aufbau und die Dekoration koordinieren, weshalb ihr noch nicht mal mehr Zeit blieb ins Hotel einzuchecken. Sie warf sich nur schnell ihren Anzug um und dann ging es auch schon los. Alle Gäste waren nämlich da und warteten nur noch auf mich.

Die Zeremonie war wunderschön. Meine Frau und ich gingen zu „Zeldas Wiegenlied“ (wieder Legend of Zelda 😀 ) über den roten Teppich. Unser Freund der die Zeremonie führte, begrüßte die Gäste und uns, anschließend erhielt jeder eine Feder. Jede anwesende Person sollte der Feder einen Wunsch für uns geben und wer wollte, konnte diesen Wunsch auch laut aussprechen, was auch einige unserer Verwandten und Freud*innen taten. Anschließend laß mein bester Freund und Trauzeuge einen Abschnitt aus „Die unendliche Geschichte“ vor. Hier könnt ihr den gesamten Text lesen, wenn es euch interessiert: Lesungen für die Zeremonie. Sowohl das Buch, als auch den Abschnitt haben wir uns selbst ausgesucht und auch abgeändert. Es ist also keine „vorgefertigte“ Lesung. Anschließend hat unser Freund ein bisschen was zu uns erzählt, also wie wir uns kennen- und lieben gelernt haben, wie der Antrag war, etc. und wir haben das Lied „Kein Weg zu weit“ von Schandmaul gesungen. Dann kam der standesamtliche Teil an die Reihe, welchen der Standesbeamte übernahm. Auch der hat das Ganze sehr toll gemacht, sich aber kürzer gefasst als er es sonst tun würde, weil wir ja unseren eigenen Zeremonienmeister dabei hatten 😉 . Zur Ringübergabe und beim Kuss wurde im Hintergrund die Melodie von „Für Sarah“ aus dem Tanz der Vampire gespielt.

Außerdem hatte mein Trauzeuge eine Kerze für uns gestaltet von welcher ich leider kein besseres Bild als dashier habe. Auf der Kerze ist ein Rabe zu sehen, was wiederum eine Anspielung auf „Krabat“ ist, denn in der Legende verwandelt sich die Magieschüler regelmäßig in Raben. Die Kerze zündeten das Hannibaellchen und ich gemeinsam an.

Zum Schluss sangen wir gemeinsam noch ein typisches Kirchenlied, welches wir jedoch abgeändert hatten, so dass es nicht mehr religiös war. Es heißt einfach nur „Danke“ und beginnt mit „Danke für diese schöne Feier…“. Abschließend wurden die Federn eingesammelt und die Zeremonie war zu Ende. Nun gab es jede jede Menge Glückwünsche. Das Hannibaellchen und ich mussten so gut wie alle Gäste umarmen, habem Geschenke entgegen genommen, etc. und dann ging es auf die Aussichtsplattform an der Spitze des Burgberges zum Sektempfang.

In diesem Zusammenhang kann ich euch auch das erste Bild vom Hannibaellchen und mir zeigen, denn wir ließen dort oben die Federn fliegen und auf diesem Bild sieht man uns nur von hinten:

Außerdem kann ich auch noch ein Bild meines Brautstraußes zeigen:

Zum Sektempfang gab es selbstgebackene Kekse vom Hannibaellchen und mir, auf welchem mit einem Keksstempel unsere Namen und das Datum gestempelt waren. Die sollten allerdings nur ein kleiner Snack sein, denn anschließend gab es Kaffee und Kuchen. Die Kuchen wurden von unseren Freund*innen und Verwandten gebacken, Kaffee, Tee, heiße Schokolade, etc. von der Burg gestellt. Ich finde, das Kuchenbuffett ließ sich sehen. Hier ein kleiner Teil der Pracht:

Natürlich haben wir auch die Hochzeitstorte angeschnitten und zwar mit einem von Hannibaellchens Schwerten. Die sammelt sie nämlich:

Nach dem Essen ging es wieder nach draußen, denn wir hatten ein bisschen Programm geplant. Unter Anleitung durften wir Bogen- und Armbrustschießen, Axtwerfen und Hufeisenwerfen. Auch wenn ich selbst in meinem Kleid keine der Aktivitäten mitmachte, haben sie den anderen sehr großen Spaß gemacht, die ganze Veranstaltung aufgelockert und die vollen Mägen abtrainiert.

Anschließend ging es schon wieder nach drinnen, wo das Abendessen serviert wurde. Wir hatten vereinbart, dass die Vorspeise (Gorgonzolacremesuppe oder Tomatensuppe) und die Nachspeise (Dreierlei von der Schokolade) serviert werden und die Hauptgerichte auf Platten auf die Tische gestellt werden. Das hat super geklappt. Außerdem gab es ein vollständig veganes Menü, da einige meiner Freund*innen und ich selbst vegetarisch bzw. vegan leben. Als Hauptgerichte gab es Salatschüsseln, Geflügelspieße, Spargelrahmsauce, Kalbstafelspitz, Broccoli-Kartoffelgratin, Schupfnudeln, Grilltomaten und Gemüsespagetti mit Bärlauch. Da war wirklich für jeden was dabei.

Und es war auch absolut lecker. Hier noch ein Beweisfoto von der Nachspeise:

 

 

Nach dem Abendessen begann der eher ausgelassenere Teil des Tages. Wie ich oben schon angemerkt hatte, hatten wir eine Getränkeflatrate, welche auch Biere und Weine beinhaltete und außerdem eine gute DJane organisiert. Es wurde also gut gefeiert. Zwischenrein fand noch als Showeinlage ein „Headbang-Kontest“ statt, bei welchem meine Frau zwar Teilnahm, aber meine damals 12-jährige Cousine mit Abstand gewann. Dafür hatten wir auch extra langhaarige Perücken mitgebraucht, dass jeder mitmachen konnte. Außerdem wurde ich von meinem Cousin und meinem Bruder entführt. Sie einigten sich wohl darauf, dass die im Kleid mitkommen musste. Schlau angestellt haben sies nicht, aber ich habe ihnen den Gefallen gemacht und bin mitgekommen. Das Hannibaellchen hat mich in einem toll überlegten Quitz mit Fragen aus meiner Kindheit und Jugend freigespielt und so nahm der Abend seinen Lauf. Um 11:00 Uhr gab es noch eine Gulaschsuppe als Mitternachtsmahlzeit und um 12:30 Uhr kam das letzte Highlight des Abends. Wir hatten nämlich eine Feuershow gebucht, welche auch wirklich sehr sehr sehenswert war:

Danach wurde noch ein bisschen getanzt und zwischen 2:30 Uhr und 3:00 Uhr sind wir gemeinsam Richtung Hotel aufgebrochen, welches zum Glück mit zweimal Umfallen erreicht werden konnte. Dort übernachtete ein Großteil unserer Gäste, weshalb wir am nächsten Morgen noch toll miteinander frühstücken konnten.

Tja und dann… ja dann war unser großer Tag auch schon vorbei…

Ich hoffe ihr verzeiht mir diesen viel viel viel zu langen Blogeintrag… Ich denke nur so unheimlich gern an diesen wunderschönen Tag zurück und habe euch sehr gerne davon erzählt.

Soo, nun ist aber wirklich Schluss! Das Hannibaellchen und ich werden heut Abend noch ein bisschen für uns feiern und dann starten wir auch schon ins dritte glückliche Jahr zu Zweit!

Liebe Grüße
Eure Noelana

 

PS: Naaa gut, zum Abschluss doch noch ein richtiges Hochzeitsfoto von uns:

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