„Ich weiß, dass ich nichts weiß!“, unter diesem Motto stand wohl unser heutiger Klinikbesuch. Das heißt mit anderen Worten, dass wir fast genauso schlau sind wie zuvor, aber hey, zumindest haben wir jetzt einen Plan.

Da mir bei der Terminvereinbarung am Telefon schon gesagt wurde, dass die Eileiteruntersuchung, welche bei mir heut gemacht wurde, eventuell zu Kreislaufproblemen führen würde, fuhren wir heute mit dem Zug nach Würzburg. Das Hannibaellchen fährt nämlich nicht gerne Auto. Es ging also heute morgen relativ früh los und nach einer sehr ereignislosen Zugfahrt kamen wir in Würzburg an. Dort stiegen wir auf die öffentlichen Verkehrsmittel um, wobei ich ausversehen die gerade frisch gekauften Tramtickets in den Mülleimer beförderte, weil ich sie mit einem anderen Zettel verwechselte, welchen ich noch in der Hand hatte. Die Klinik ist so hässlich wie zuvor, aber die Ärzte* und die Arzthelferinnen* sind nett und so klappte das Blutentnehmen zum allerersten Mal beim ersten Versuch. Die Ergebnisse werden wir allerdings erst in zwei Wochen bekommen.

Anschließend ging es zur Eileiterdurchlässigkeitsprüfung. Bei dieser wird Glucoseschaum durch einen Katheder in die Gebärmutter gespritzt. Dessen Wanderung durch die Eileiter kann anschließend auf dem Ultraschall verfolgt werden. Dazu muss ich jedoch sagen, dass ich garnichts verfolgen konnte, denn die Untersuchung war wirklich schmerzhaft. Das Stretching und das Einführen des Katheders waren noch ok, aber das Einspritzen der Flüssigkeit schmerzte deutlich und mein Kreislauf (sowieso noch mitgenommen von der Blutentnahme) rebellierte. Der Schmerz fängt recht harmlos an, wird aber immer stärker, bleibt immer da und jedes Mal, wenn die Arzthelferin* weitere Glucose nachspritzte, schmerzte es mehr. Ich überstand die Situation nur, weil das Hannibaellchen mir beruhigend den Kopf massierte und auf mich einredete. Leider wurde schon während der Untersuchung klar, dass es kein eindeutiges Ergebnis geben wird. Aufgrund des Ultraschalls konnte nicht genau festgestellt werden, ob meine Eileiter nun durchgängig sind oder nicht, wobei die Tendenz eher zu „nicht durchgängig“ geht. Nächste Alternative wäre somit eine Bauchspiegelung. Das Hannibaellchen und ich haben uns jedoch in der Zwischenzeit anderweitig entschieden und teilten das nun auch der Würzburger Klinik mit.

Wir werden vom Geld unseres Kumpels zwei Halme Sperma von dem für uns in München ausgesuchten Spender* nach Würzburg schicken lassen und diese dort einlagern. Die Einlagerungskosten sind nicht besonders hoch und so kann das Sperma dort darauf warten, dass wir genug Geld für eine IVF haben. Das dürfte im Hochsommer, oder Anfang Herbst der Fall sein, denn spätestens wenn das Hannibaellchen und ich beide verdienen, haben wir plötzlich monatlich mehr als doppelt so viel Geld zur Verfügung wie im Moment. Bis dahin heißt es nun also Job finden und Geld sparen. Da sind wir allerdings (hoffentlich) auf einem sehr guten Weg. Zumindest haben wir beide nächste Woche ein Vorstellungsgespräch.

So, heute nur eine Kurzfassung. Mir geht es nicht so besonders gut. Ich habe immernoch leichte Schmerzen und morgen geht es früh aufs Jobcenter. Dafür müssen wir jetzt noch ein paar Anträge ausfüllen und Unterlagen kopieren…

Wir halten euch auf dem Laufenden!

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