Und da war es also wieder so weit… heut waren wir ein zweites Mal in München. Jetzt wird also wieder gehibbelt, gewartet, gehofft, gebangt und irgendwann auch wieder getestet. Alles hat soweit gut geklappt, aber nun nochmal von vorne…

Die Praxis Dr. Bleichrodt hatte sich Freitag nicht mehr gemeldet und ich hab erst eine halbe Stunde nach Praxisschulss dran gedacht selbst anzurufen. So saß ich das gesamte Wochenende auf Kohlen in der Angst mein Eisprung könnte schon am Sonntag sein und ich käme nicht rechtzeitig in die Klinik. Im letzten Zyklus war mein Eisprung vermutlich an Zyklustag 17 oder 18. Auch heute ist wieder mein Zyklustag 17. Das gesamte Wochenende testete ich also fleißig mit meinen LH-Tests um sicherzugehen, dass mein Eisprung diesen Monat nicht zufälligerweise einen Tag früher ist. Letztes Mal konnten das Hannibaellchen und ich am Zyklustag 17 dann gleich in der früh um 9:00 Uhr los Richtung München. Auch das war dieses Mal nicht möglich. Hannibaellchen musste ausnahmsweise vormittags arbeiten. Freitags trafen wir eine sehr sehr gute Freundin zum Schwimmen. Ich erzählte ihr von unserem Problem und, dass ich Angst davor habe, Montags zu spät in der Klinik zu sein, wenn wir erst nachmittags losfahren. Da bot sie mir ganz spontan an mich am Montag gleich in der früh zur Klinik zu fahren, damit ich nicht alleine hinmüsste. Ich war ihr um dieses Angebot ganz arg dankbar. Ich muss gestehen, dass ich wirklich schon ein bisschen Angst davor hatte montags in der früh alleine mit dem Zug nach München fahren zu müssen, um noch rechtzeitig inseminieren zu können. Zum Glück wurden aber weder Samstag noch Sonntag die LH-Tests positiv und so war klar, dass ich dieses Angebot nicht annehmen muss, denn es würde reichen Montagnachmittag nach München zu fahren. Ein Baby sollte man zu Zweit zeugen, wenn es irgendwie geht 😉

Ich hatte heute frei, das heißt, ich musste nicht zur Arbeit, sondern saß ab 7:30 Uhr auf dem Sofa und schrieb an meiner Masterarbeit, die ich in zwei Wochen abgeben muss. Gleich um 8:00 Uhr rief ich bei Dr. Bleichrodt an und die Arzthelferin bestätigte mir, dass der Inseminationstermin für heute geplant war und sie mich ihrerseits gleich angerufen hätte. Die beste Zugverbindung fuhr um 13:10 Uhr am Bahnhof. Das Hannibaellchen gab mir telefonisch das ok, dass sie ein wenig früher von der Arbeit gehen können und wir diese Verbindung schaffen würden. Wir trafen uns also Punkt 13:00 Uhrvor dem Zug, stiegen ein und fuhren nach München. Auch die Zugfahrt nutzte ich zum Arbeiten und schon allein das zeigt euch, wie viel weniger nervös ich war im Gegensatz zu letztem Mal. Ich konnte tatsächlich fast die gesamte Zeit nutzen und erst kurz vor München musste ich aufhören, weil die Nervosität dann doch siegte. Um ca. 15:30 Uhr kamen wir dann in der Praxis an. Nach einer kurzen Wartezeit rief uns Dr. Bleichrodt selbst in sein Büro. Kurz wurden die Zyklusdaten abgeklärt, anschließend ging es auch schon ins Arztzimmer und hoch auf den Stuhl. Das Ultraschall zeigte, dass sie Schleimhaut auch heute wieder gut aufgebaut war. Das Follikel war dieses Mal nicht gut zu sehen, deshalb wurde auch von außen noch einmal geultraschallt. So konnte das Follikel gut gemessen werden und es hat einen Durchmesser von 2,1 cm. Das ist super und sogar ein bisschen größer als letztes Mal. Auch der Blick auf den Muttermund zeigte Gutes. Er war sehr weich und geöffnet, anders als beim letzten Mal. Aus diesem Grund entschied sich Dr. Bleichrodt auch gegen die Inseminationskappe von letztem Mal, sondern nutzte eine andere, Kleinere. Diese kann direkt auf den geöffneten Muttermund gesetzt werden. Innerhalb weniger Minuten war das Prozedere wieder einmal vorbei. Ich durfte mich wieder anziehen und mir wurde geraten ab übermorgen Aspirin 100 zu nehmen. Dieses soll blutverdünnend wirken und so die Einnistung unterstützen. Nach kurzer Wartezeit erhielt ich einmal wieder eine hCG-Spritze zur Unterstützung der Gelbkörperphase und schon waren wir wieder draußen aus der Praxis. Wir erwischten eine schnelle Verbindung nach Hause und schon um 19:00 Uhr waren wir wieder in unserer Stadt. Nicht ohne im Zug wieder einmal eine etwas skurile Geschichte zu erleben.

Zufälligerweise hatten wir auf der Rückfahrt den gleichen Zugbegleiter wie auf der Hinfahrt. Auf die Frage, warum wir nur zwei Stunden in München waren antwortete ich wahrheitsgemäß, dass wir nur einen Arzttermin hatten. Darauf meinte der Zugbegleiter: „Ich muss noch kurz was erledigen, komm aber gleich wieder zu euch!“ Wir konnten uns nicht ganz vorstellen, warum er nochmal zu uns kommen wollen sollte, aber eine dreiviertel Stunde später stand er tatsächlich wieder vor uns und fragte, ob wir nach der Ankunft in unserer Stadt noch kurz vor dem Zug auf ihn warten wollen und die Pause mit ihm verbringen würden. Weil wir freundlich sind stimmten wir zu unt warteten nach dem Aussteigen wirklich auf ihn, auch wenn wir uns wirklich nicht erklären konnten, warum. Wir rätzelten, ob wir ihn vielleicht kennen, aber uns fiehl nicht ein woher. Nachdem er uns später fragte, ob er meine Nummer haben könnte, wusste ich endlich woher der Wind weht. Das war tatsächlich das allererste Mal, dass ich angeflirtet wurde… und dann auch noch so offensiv. Ich war völlig perplex und erklärte ihm kurz, dass wir ein Paar seien. Das nahm er zur Kenntnis, wir plauderten noch kurz, dann musste er weiterarbeiten und wir verabschiedeten uns… also sowas ist mir wirklich noch nie passiert 😀 Naja, und nun sitze ich hier auf dem Sofa mit Inseminationskappe zwischen den Beinen. Die werde ich dieses Mal wohl erst am nächsten Morgen entfernen… Drückt mir die Daumen, dass es dieses Mal geklappt hat! Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden!

liebe Grüße bienen-smilies-0007

 

 

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